Mike Gorden, Schriftsteller


Meine Artikel

Hier schreibe ich über alles mögliche, das mich interessiert oder das mir wichtig ist. Vorsicht: Teile des folgenden Inhalts könnten politisch nicht korrekt sein!

Die Findorffer Masttaube [Columba pingua bremensis]

28. Februar 2019: Die Findorffer Masttaube [Columba pingua bremensis]

Diese Spezies aus der Familie der Tauben hat sich unter stets guter Fütterung zu einer eigenen Unterart entwickelt. Der Rumpf ist sehr kräftig bei kleinem Kopf. Das Gefieder zeigt ein stumpfes Graublau, das auf Großstadtdächern eine ausgezeichnete Tarnung ermöglicht. Ihr Gewicht liegt deutlich höher als das ihrer Artgenossen und entspricht in etwa einem fetten Suppenhuhn.

Den Nestbau haben sie aus Gewichtsgründen in tiefere Gefilde verlegt, etwa auf starke Äste und in Nischen an Häusern. Dennoch überschätzen sie gelegentlich die Tragfähigkeit des Untergrundes. So kommt es während der Brutzeit häufiger zu Bruch von großen Ästen, der oft fälschlicherweise Sturmböen angelastet wird.

Wie die Hummeln sind sie aus physikalischen Gründen eigentlich nicht flugfähig, schaffen es aber dennoch, sich bei Gefahr irgendwie in die Lüfte zu erheben. Die Findorffer Masttaube ist ein Allesfresser und bei der Nahrungsaufnahme eher wahllos. Auch Erbrochenes verschmäht das possierliche Tierchen nicht. Die Nahrung verschluckt sie unzerkaut und schreckt dabei auch vor ganzen Brötchen nicht zurück.

Die Balz ist kurz und für das Weibchen schmerzhaft, weil das Männchen einfach aus dem Fluge auf ihr landet und sie so fest an den Boden preßt, daß sie sich der Paarung nicht entziehen kann. Das Gelege besteht aus ein bis zwei Eiern, die als Anpassung an das Gewicht der brütenden Muttertaube mit einer besonders dicken und belastbaren Schale ausgestattet sind. Man hat sogar schon einzelne Querstreben in den Eierschalen gefunden. Die Nestlinge wachsen besonders schnell heran, damit sie nicht von den Elterntieren erdrückt werden.

Das Photo zeigt ein Exemplar dieser Art beim Sondieren einer Fütterungsstelle. Unmittelbar nach der Aufnahme brach das Holzgitter entzwei. Die Taube versuchte danach noch, auf dem Dach des Futterhäuschens zu landen, riß im Anflug aber die gesamte Konstruktion zu Boden.

Wie ihr domestizierter Vetter, die Brieftaube, ist sie auf menschliche Zuwendung angewiesen und könnte in der freien Natur nicht aus eigener Kraft überleben. Da in deutschen Großstädten aber eine Reihe hauptberuflicher Taubenflüsterer unterwegs sind, gilt ihr Bestand als nicht gefährdet.

(Hier könnte Dein Kommentar stehen.)

Poetry oder Pötry?

16. August 2018: Poetry oder Pötry?

Poesie heißt ja auf neudeutsch seit einiger Zeit bereits »Poetry«. Daß damit die Qualität derselben auf eine neue Ebene gehoben wird, wage ich nach eingehendem Studium der entsprechenden Rubriken in Tageszeitungen, Magazinen und den hiesigen Zeitlinien zu bezweifeln.

Eine gut gesetzte Pointe, die in Reimform daherkommt, kann ich durchaus genießen. Wilhelm Busch und Heinz Erhardt waren Meister derselben. Unglücklicherweise sind sie beide tot und mit dem Nachwuchs hapert es ein wenig.

Dichter sein bedeutet nicht, daß man gerne dichter wäre. So manchem, der den ungebremsten Fluß seiner Worte in Reime setzt (und für den ich mir wünschte, daß nicht er, sondern sein Mund dichter wäre), ist dieser Unterschied nicht klar.

Für die Sorte Dichtkunst, die von solchen Menschen produziert wird, benutze ich den Ausdruck »Pötry« oder auch »Pösie« (gesprochen: Pö-si-e). Pösie kommt unter dem Deckmantel der Kunst einher, wird aber dem selbst gesetzten Anspruch nicht gerecht.

Da werden Worte zusammengebracht, die sich sonst ein Leben lang nicht kennenlernen würden. Da reimt sich plötzlich ‘Natascha’ auf ‘Flaschen’ und ‘Nowosibirsk’ auf ‘erwürgt’. Klingelts da bei Freunden deutschen Liedguts?

Bei aller gebotenen Einfachheit beherrschen professionelle Schlagertexter wie Bernd Meinunger und Michael Kunze wenigstens ihr Geschäft und leisten sich keine solchen Klopfer. So mancher Sänger, der meint, sein Lied ‘mal eben’ selbst in Worte setzen zu können, tut das nicht. Auch wenn er ansonsten erfolgreich daherkommt, wie man oben sieht. Außer Marius haben sich auch Herbert, Xavier, Rauschenberger, Xavas und viele andere solche Fremdschäm-Pösie erlaubt. Reinhard Mey nicht. Udo Jürgens auch nicht. Aber die Herren spielen in einer anderen Liga.

Nicht nur die fehlenden Reime geben Anlaß zu heiterem Gruseln. Gar mancher stellt die Worte in seinen Zeilen in dem Bestreben, die richtige Satzrhythmik zu finden, so oft um, daß am Schluß der komplette Satz dahinter sich ins Nirwana verflüchtigt:

'So sich biegt qualvoll zurecht der schöne Schein,
damit's am End' noch irgendwie sich reimt.'

Eine unerreichte Meisterin dieser gebogenen Kunstform war Friederike Kempner (1836-1904), auch bekannt als der 'schlesische Schwan'. »Zeitgenossen und Nachwelt schätzten die markante Persönlichkeit nicht zuletzt als Klassikerin des unfreiwilligen Humors … Der rituelle Vortrag ihrer Gedichte diente bei geselligen Anlässen unverbrüchlich zur allgemeinen Erheiterung.«* Kostprobe gefällig?

»Amerika, das Land der Träume,
Du Wunderwelt so lang und breit,
Wie schön sind Deine Kokosbäume,
Und Deine rege Einsamkeit!«*

In diesen vier Zeilen komprimiert sich Pösie vom Allerfeinsten!

*Quelle: Gutenberg Projekt des Spiegel

Auch unter meiner jährlichen Weihnachtspost finden sich gereimte Werke, die mir bereits beim Lesen das Schampurpur ins Gesicht treiben. Bei Verwandten und Freunden reißt man sich dann ja zusammen und applaudiert höflich. Warum allerdings Leute viel Geld dafür ausgeben, um ihr eigenes sprachliches Unvermögen in eine Zeitungsanzeige zu gießen, hat sich mir nie erschlossen.

Und was treibt ein ansonsten seriöses Printmagazin um, den gereimten Unsinn jeden Sonntag unter der Rubrik »Poetry« zu veröffentlichen. Mit dem Vermerk natürlich, daß in unserem schönen Lande noch gar so viele unentdeckte Talente schlummern.

Diese werden wohl auch weiter unentdeckt bleiben. Entdeckt werden meist die Schreihälse, die ihre Persönlichkeit auf dem Podest ihres Egos vor sich her tragen müssen, damit die anderen sie ohne Lupe erkennen können.

(Hier könnte Dein Kommentar stehen.)

Veganes Leder?

15. Juni 2016: PrEP

PrEP bzw. Präexpositionsprophylaxe bezeichnet die vorbeugende Einnahme eines Medikaments gegen eine Krankheit, bevor man sich bewußt in eine Situation begibt, in der man sich mit eben dieser Krankheit anstecken kann. Für einen Seuchenarzt in einem Malariagebiet ist das eine geniale Lösung.

Begrenzten Sinn macht diese Präventivmaßnahme auch in der HIV Prävention. Allerdings ist eine PrEP derzeit nicht sicherer als die konsequente Einhaltung der Safer Sex Regeln[1]. Daher stellt die PrEP auch keine grundsätzliche Verbesserung in der HIV-Prophylaxe dar, sondern lediglich eine weitere Säule in der Prävention.

Es geht bei der Idee einer HIV-PrEP nicht darum, Barebacking hoffähig zu machen. Eine PrEP ist aber eine Möglichkeit, um sich als sexuell aktive Person bestmöglich und selbstbestimmt vor einer Ansteckung durch HIV zu schützen. Mehr kann und soll sie nicht leisten. Sie ersetzt nicht die persönliche Auseinandersetzung mit der Problematik. Sie sollte außerdem nur unter ärztlicher Begleitung und in Kombination mit regelmäßigen medizinischen Checks auf Nebenwirkungen der Medikamente und eventuelle Infektionen mit anderen sexuell übertragbaren Keimen erfolgen. Sie ist zudem auf Dauer angelegt, d.h. die Tabletten müssen regelmäßig über einen längeren Zeitraum genommen werden, um zu wirken und sie kosten Geld.[4]

Der Umgang mit diesem Thema kann heikel sein. Das Argument beispielsweise, man erreiche damit auch andere Leute, »denen es« (einfach nur) »schwer fällt, Kondome zu benutzen«[2], ist ein zweischneidiges Schwert. Wenn eine Plattform hier (vielleicht aus Personalmangel) nur Informationen breitest möglich über das Internet verteilt, suggeriert sie den Empfängern der Information möglicherweise eine Sicherheit, die es nicht gibt und nicht geben kann. Man muß mit jedem Betroffenen intensiv reden und ihm die Konsequenzen seiner Handlungen klar machen. Jeder, der diese Informationen unreflektiert aufnimmt und als Freibrief auffaßt ( à la »PrEP ist wie eine Kopfschmerztablette, die man mal zum Ficken nimmt und alles ist gut.«), gefährdet sich und andere!

Meine Sorge ist, daß eine unzureichende Aufklärung des betroffenen Personenkreises über die Möglichkeiten und Grenzen einer PrEP das Grundproblem sexuell übertragbarer Krankheiten nicht löst, sondern verschlimmert. Es gibt genügend dieser Krankheiten, gegen die man sich nicht mit einer PrEP schützen kann und die sich im Gefolge der PrEP in der Szene mittlerweile wieder stark ausgebreitet haben.[7] Von den körperlichen Nebenwirkungen der verwendeten Wirkstoffe und der mit einem flächendeckenden Einsatz der PrEP provozierten Verbreitung truvadaresistenter HIV-Stämme (ja, die gibt’s!) einmal ganz abgesehen[3, 6].

Antibiotika waren einmal eine wirksame Waffe gegen Infektionskrankheiten. Solange, bis die Leute anfingen, sie an ihr Vieh zu verfüttern. Die HIV-Prophylaxe könnte leicht einen ähnlichen Verlauf nehmen, wenn man damit weitermacht, retrovirale Medikamente flächendeckend und ohne eine präzise Kontrolle einzusetzen. Es gibt mittlerweile resistente Stämme gegen alle gängigen HIV-Medikamente. In Konsequenz dessen könnte es in der HIV Therapie zu einer ähnlichen Situation kommen, wie sie bei der Bekämpfung herkömmlicher Infektionskrankheiten mit Antibiotika bereits traurige Realität ist. Es gibt nur eine begrenzte Anzahl von Wirkstoffklassen (bei Antibiotika sind seit Jahrzehnten keine neuen mehr entdeckt worden) und das Auftreten multiresistenter Erreger ist heute ein zentrales Problem in der Therapie.[5]

Noch wirken die zur Verfügung stehenden Wirkstoffklassen in der HIV Therapie (zumindest als Kombinationspräparat) zuverlässig (sofern man sie verträgt). Durch die PrEP wird aber gerade eine der zentralen Waffen in der HIV Therapie, nämlich Truvada, stumpf gemacht! Wir können nur hoffen, daß die Konsequenzen beherrschbar bleiben.

Ich persönlich finde: Eine PrEP ersetzt keinen Safer Sex. Sie ergänzt ihn nur. Und ich meine: Solange wir nicht jedem einzelnen im persönlichen Gespräch sagen, worauf er sich mit einer PrEP einläßt (s.o.), schicken wir ihn in eine Grauzone, in der er höllisch aufpassen muß, um sich nicht strafbar zu machen.[3]

Quellen:
1) Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Präexpositionsprophylaxe
2) IwwIt.de - http://www.iwwit.de/wissenscenter/prep
3) IwwIt.de - http://www.iwwit.de/blog/2016/03/hiv-trotz-prep-interview/
4) die Stellungnahme eines Betroffenen mir gegenüber
5) Wikipedia - https://de.wikipedia.org/wiki/Antibiotikum
6) Out.com - https://www.out.com/news-opinion/2018/10/09/sixth-case-man-contracting-hiv-while-adhering-prep-confirmed
7) Deutschlandfunk Kultur: https://www.deutschlandfunkkultur.de/geschlechtskrankheiten-die-rueckkehr-von-syphilis-und.976.de.html?dram:article_id=418123

(Hier könnte Dein Kommentar stehen.)

31. Dezember 2016: Neujahrsansprache an die Bundeskanzlerin

Liebe Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel,

Ihre Neujahrsansprache ist wie immer wohl formuliert und lobenswert.

Leider verwechseln Sie in einem zentralen Punkt Ursache und Wirkung. Der islamische Terrorismus ist mitnichten die »schwerste Prüfung«. Er ist lediglich ein Symptom. Die wirkliche, »schwerste Prüfung« ist die Unfähigkeit der Welt, die absurden Kriege in Syrien und vielen anderen Ländern zu beenden. Diese Kriege bringen all die Übel hervor, gegen die Sie jetzt vollmundig kämpfen.

Gefallen lassen müssen Sie sich auch die Frage, warum gerade Deutschland seit vielen Jahren Waffen nach Saudi-Arabien liefert, dem Hauptfinanzier des islamischen Terrorismus. Sie wissen sicherlich, daß so etwas Konsequenzen hat und daß die Zerstörungskraft dieser Waffen letztlich den Weg zu uns zurück findet.

Wäre es so schlimm, wenn diese Waffen (falls sie denn wirklich produziert werden müssen) im Lande bleiben und es beispielsweise unserer Bundeswehr ermöglichen würden, ihre riesigen Sammlungen an Altmetall und Schrott einer sinnvolleren Verwendung zuzuführen und sie wieder in der Lage wäre, ihre Aufgaben in der Welt zu erfüllen, anstatt sich allenthalben zur Lachnummer zu machen?

Sie haben im Vorjahr die richtige Entscheidung getroffen. Deutschland hat die Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten mit offenen Armen aufgenommen. Leider haben Sie es dabei bewenden lassen. Sie hatten (ebenso wie Ihre Vorgänger im Amt) nie ein Konzept, diese Menschen schnellstmöglich zu integrieren, sie mit unserer Sprache und unseren Regeln vertraut zu machen und so die Bildung von Parallelgesellschaften zu verhindern.

Das hätte Geld gekostet. Bildung kostet immer zunächst Geld. Geld, das nach einigen Jahren tausendfach zu uns zurückfließt. In Form hochqualifizierter Arbeiter, die den Anforderungen der heutigen Zeit gewachsen sind.

Mit der Bildung unserer Kinder verfahren Sie (und Ihre Vorgänger) auf die gleiche Weise: kaputtsparen. Und dann wundern Sie sich, daß die Früchte dieser Politik heute dumpfe Parolen skandieren und das etablierte System nicht mehr zu würdigen wissen.

Was Ihnen (und all Ihren Vorgängern) fehlt(e), ist eine Vision von Deutschland, von Europa, der Welt, wie sie sein sollten. Ihnen fehlt ebenso ein Plan, wie wir dorthin kommen. Ein Plan, in dem es um die Sache geht. Ein Plan, mit dem man Lobbyisten auf die Füße tritt, die seiner Verwirklichung im Wege stehen. Ihnen fehlt auch die Konsequenz, das Geschrei der Populisten von rechts und links auszuhalten, das umso lauter wird, je mehr Leuten Sie auf die Füße treten.

Was bleiben wird von ihrer Politik ist ein einziges Wort: Durchwursteln. Wieder gewählt werden. Flexibel sein, wo Härte und Durchhaltevermögen gefragt wären. Sie haben vieles richtig gemacht, Frau Merkel. Leider zählt all das aber nicht, weil Sie es nicht konsequent zu Ende geführt haben.

Was bringt es, die mächtigste Frau der Welt zu sein, wenn man keine Visionen hat, für die man kämpft? Wie können Sie erwarten, aus eigener Kraft wiedergewählt zu werden, wenn Sie nichts als ein »Weiter so.« anzubieten haben? Sie sitzen an den Schalthebeln der Macht, Frau Merkel. Nutzen Sie sie. Geben Sie uns wieder eine Vision!

Mit freundlichen Grüßen Ihr Mike Gorden

(Hier könnte Dein Kommentar stehen.)

Veganes Leder?

12. Juni 2016: Veganes Leder?

»Vegan« scheint das neue »Bio« zu werden. Alles muß jetzt auch in einer veganen Version zu bekommen sein. Auch wenn das – wie bei Leder – einer Quadratur des Kreises gleichkommt.

Zur Begriffsklärung sagt Wikipedia: »Vegan lebende Menschen meiden entweder zumindest alle Nahrungsmittel tierischen Ursprungs oder aber die Nutzung von Tieren und tierischen Produkten insgesamt. Ethisch motivierte Veganer achten zumeist auch bei Kleidung und anderen Gegenständen des Alltags darauf, dass diese frei von Tierprodukten und Tierversuchen sind.«[1]

Leder ist nun per se ein tierisches Produkt. So ganz erschließt sich mir nicht, warum ein nach veganer Ethik lebender Mensch überhaupt das Bedürfnis verspürt, sich in ein tierisches Produkt zu kleiden, das aber auf keinen Fall tierischem Ursprungs sein darf. Für mich persönlich wäre das ein unlösbarer Widerspruch und ich würde – wäre ich ein Veganer – ganz auf die Nutzung von Leder verzichten.

Zum Glück bin ich das nicht, denn dann müßte ich in Konsequenz sofort meinen Beruf aufgeben ;-)

Nun gibt es aber findige Geschäftsleute, die hier dennoch einen Markt sehen und etwas verkaufen, das sich »veganes Leder« nennt. Schauen wir uns mal genauer an, was sich dahinter verbirgt:

»Veganes Leder« ist natürlich kein Leder. Sonst wäre es ja tierischem Ursprungs. Es handelt sich also um Kunstleder. Dieses hat durchaus seine Daseinsberechtigung. Es ist im Gegensatz zu echtem Leder problemlos in der Maschine waschbar. Es ist preiswert und es sieht schick aus.

Für schwierig halte ich die Etikettierung als »vegan« jedoch aus umweltethischen Gründen; bestehen die Ersatzstoffe doch meist vollständig oder teilweise aus Kunststoffen wie Polyvinylchlorid (PVC) und Polyurethan (PU) inklusive einer für die Erreichung der Gebrauchseigenschaften benötigten Menge an Weichmachern.[3] Mit der Verwendung von Kunststoffen tut man der Umwelt keinen Gefallen. Ebenso wie beim Gerben von Leder wird auch bei der Kunststoffherstellung aus Erdölprodukten mit giftigen Chemikalien gearbeitet und die Materialreste belasten nach dem Gebrauch jahrzehnte- bis jahrhundertelang die Umwelt, bis sie vollständig abgebaut sind.

Ich bezweifle, daß das dem Ursprungsgedanken einer nachhaltigen Lebensweise auch nur nahe kommt. In Konsequenz ist auch Kunstleder per se nicht »vegan« und die Bezeichnung als »vegan« ist nichts als Marketinggeklingel. Der Begriff »veganes Leder« ist wegen der Normen für die Kennzeichnung von Leder und Lederprodukten im übrigen gar nicht zulässig und damit abmahnbar.[2]

Quellen:
1) Wikipedia – https://de.wikipedia.org/wiki/Veganismus
2) Leder-Info.de – http://www.leder-info.de/index.php/Veganes_Leder
3) Wikipedia – https://de.wikipedia.org/wiki/Kunstleder.

(Hier könnte Dein Kommentar stehen.)