Kategorie: Rezensionen

  • Rezension der GOR-Chroniken

    Rezension der GOR-Chroniken

    Erster Band der der GOR-Chroniken von John Norman erschienen im Atlantis Verlag

    Rezension der GOR-Chroniken von John Norman

    Der GOR Zyklus mit derzeit 38 Bänden benutzt das Konzept einer Gegenerde, sprich, eines zweiten Planeten auf der Erdbahn namens Gor, der sich aber immer von der Erde aus gesehen hinter der Sonne befindet und daher mit den Mitteln der sechziger Jahre, in denen die ersten Bände des Zyklus entstanden, nicht auffindbar gewesen wäre.

    Die physikalischen Grundlagen solch einer Gegenerde sind zwar unsolide, zumal Gor etwas kleiner und leichter ist als die Erde und sich deshalb auf ihrer Bahn nicht halten könnte. Dennoch finde ich die Science-Fiction des Zyklus außerordentlich inspirierend.

    Eine außerirdische Spezies, die insektoiden “Priesterkönige”, haben eine Basis auf Gor errichtet und entführen mit ihren Raumschiffen heimlich Menschen von der Erde, um den Planeten zu besiedeln.

    Die dort von den Aliens errichtete menschliche Zivilisation ist antik bis frühmittelalterlich. Die Bevölkerung lebt in kriegerischen Stadtstaaten, die nach einem strengen Kastenwesen organisiert sind. Das Fundament dieser Gesellschaft basiert auf Leibeigenschaft und Sklaverei.

    Die Priesterkönige erlauben zu ihrer eigenen Sicherheit auf Gor keine moderne Technik. Untereinander verständigen sie sich durch ein reichhaltiges Bouquet von Geruchsstoffen. Diese Sprache ist menschlichem Denken so fremd, daß eine Übersetzungsmaschine nötig ist.

    Ihre Gegenspieler sind die raubtierhaften “Kurii” (Singular: Kur), die, nach der Zerstörung ihrer eigenen Welt, auf der Suche nach einer neuen Heimat sind und glauben, sie auf Gor und der Erde gefunden zu haben.

    Zum ersten Mal auf Gor gestoßen bin ich in den Nullerjahren auf Second Life, wo es eine große Community gab, die ihren virtuellen Lebensbereich nach der Landschaft, den Tieren und den Regeln der goreanischen Zivilisation geformt hatte. Erst später habe ich mich in die Bücher eingelesen. Nach dem Niedergang von Second Life konzentrierte sich die virtuelle goranische Subkultur auf Counterearthgrid und andere Openworld-Konzepte.

    Die Hauptfigur vieler Bände ist der Brite Tarl Cabot, der von den Priesterkönigen nach Gor entführt wird und sich in dieser wilden Welt behaupten muss. Im Laufe des Zyklus entwickelt er sich weiter und wächst zu einer Art Mittelsmann zwischen den verfeindeten Alienpezies heran.

    Bis dahin ist es aber ein langer und steiniger Weg. Nicht nur für die Hauptperson, sondern auch für den Leser.

    Die weitschweifige Erzählweise kenne ich bereits aus meiner Kindheit von den Werken Karl Mays. So schreibt man heute nicht mehr, ich mag das aber.

    Schwer vermittelbar ist jedoch das Frauenbild des Autoren. Natürlich wurden auch in der Antike und im Mittelalter Frauen systematisch vergewaltigt und ich halte es für legitim, darüber zu schreiben. Selbst Größen wie Ken Follet haben das getan.

    Ob John Norman damit aber wirklich nur Tabus in der amerikanischen Gesellschaft aufbrechen wollte, bezweifle ich, denn abschnittsweise lesen sich die Beschreibungen, die einen großen Teil des Werkes einnehmen, wie eine schräge Wichsfantasie.

    Frauen sind in der goreanischen Gesellschaft hauptsächlich Sklavinnen der Männer, tragen Halseisen und müssen einem strengen Verhaltenskodex folgen, wenn sie überleben wollen. Zwar kommen gelegentlich auch männliche Sklaven vor. Deren Geschicke enden aber ausnahmslos als Herren.

    Das muss man mögen. Wegen der detaillierten und sexualisierten Beschreibungen goreanischen Zusammenlebens befanden sich viele (auch gekürzte) Bände der Gor-Chroniken jahrzehntelang auch in Deutschland als pornographisch auf dem Index.

    Cover des Buches »Die Bestien von Gor« von John Norman

    Wer sich in die Materie einlesen will, kann das aber tun. Der Atlantis Verlag bringt die ungekürzten Originaltexte seit einigen Jahren in deutscher Übersetzung neu heraus. Zum Zeitpunkt meiner Rezension ist Band 12 erschienen.

    Die goreanische Subkultur ist auch heute noch lebendig, bemerkenswerterweise auch in der Schwulenszene. Sie ist stark BDSM-lastig, setzt dabei aber mehr auf das Prinzip von Dominanz und Unterwerfung, als auf Torturen zur Erlangung sexueller Lust.

    Ich habe den Zyklus mehrere Male zu lesen begonnen, bin aber nie über Band zwanzig hinausgekommen. Wenn Tarl Cabot wieder einmal mit unterarmhafter Breite und Länge eine Frau vergewaltigt und diese ihm hinterher vor Freude wimmernd dafür dankt, hilft es mir nicht einmal, diagonal zu lesen.

    Schriftstellerisch finde ich das Gesamtpaket mittelmäßig, und zwar unabhängig davon, ob man solche Passagen mag oder nicht – dreieinhalb von fünf Sternen.

    Ich erkenne aber an, daß es sich bei Normans Werk um einen Klassiker der Science-Fiction handelt, der auch heute noch nachwirkt, nicht nur in der virtuellen Welt, sondern auch, u.a. in Form von Rollenspiel-Events, im wirklichen Leben. Nur wenige Schriftsteller können das von ihrem Werk behaupten.

    Nachwort: Während ich die Rezension schrieb, habe ich darüber nachgedacht, ob ich bei meinem eigenen BDSM-Thriller »Empath« Anleihen im Gor-Universum genommen habe (habe ich nicht). Bei dieser Gelegenheit habe ich aber begriffen, dass ich keinen Grund habe, mich gegenüber Norman auf ein moralisches Podest zu stellen, denn auch in »Empath« wird vergewaltigt. Gerade im BDSM ist die Grenze zwischen einvernehmlich und nicht einvernehmlich nämlich nicht immer leicht zu ziehen und selbst ich habe während des Schreibens gedacht, der Sex wäre einvernehmlich.

    Dazu aber an anderer Stelle mehr.

    Bleib gespannt,
    Dein Mike

    Mike Gorden – Empath – Gay Hardcore
  • Rezension Empath

    Rezension Empath

    Rezension Empath

    Gerade hat der Blogger »Buchkomet« eine Viersternerezension für die Neuauflage meines Hardcore-Thrillers »Empath« verfaßt. Ich sage DANKE und freue mich über seine inhaltliche und konstruktive Stellungnahme!
    Rezension Empath

    Ich habe bei der Überarbeitung die Geschichte stärker ausgefeilt als es mir in der ersten Auflage seinerzeit gelungen ist. Das kommt der Atmosphäre zugute, die von Beginn an Spannung aufbaut und das dräuende Unheil erahnen läßt.

    Du möchtest mir auch Rückkopplung zu meinem Buch geben? Dann kommentiere unten oder schreib’ mir!

  • Argwohn

    Argwohn

    Argwohn

    Argwohn

    Da fiel mir heute
    ein Schätzlein
    in den Schoß.

    Beim Suchen nach einem bestimmten
    Buch
    lag es verschämt
    neben anderen Werken
    für die blaue
    Tonne.

    Klaus-Christian Kleinfeld
    Susanne Luckhardt
    Ingo Mose
    Karin Nöbel

    ARGWOHN

    Vier Neunzehnjährige,
    hungrig, zu schreiben,
    aber ohne
    Verlag.

    Setzten 1980 ihre
    Gefühle
    in diese Form.

    Frühe Selfpublisher.

    Der Inhalt,
    Kriegsopfer,
    Angst vor den Atom,
    Alltagsrassismus,
    der schweigende Staat,
    vierzig Jahre alt
    und dennoch
    brandaktuell,
    hat mich berührt.

    Deshalb schreibe ich heute
    diese Zeilen
    in Gedenken an jene
    Vier,
    die damals schon
    wußten,
    was wirklich
    wichtig ist.

    Mike Gorden (2024)

  • Cats Cradle

    Cats Cradle

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    Cats Cradle – Rezension ****

    Dieser Roman von Kurt Vonnegut wurde als »Katzenwiege« 1987 auf Deutsch übersetzt, ist aber leider überall vergriffen und nur antiquarisch zu Mondpreisen zu bekommen. Daher habe ich mir die englische Version geholt. Die Erstauflage ist von 1963. Die vorliegende Auflage von Penguin ist allerdings neuerem Datums.

    Das Cover ist hübsch, bunt und sicherlich im Detail durchdacht. Dennoch verwirrt es auf den ersten Blick, bis man all die eingearbeiteten Feinheiten und Andeutungen entdeckt. Das dauert zu lange, um eine schnelle Kaufentscheidung zu treffen. Man muß das Buch schon wollen.

    Warum wollte nun gerade ich dieses Buch wollen?

    Vor einigen Jahren habe ich aufgrund eines intensiven Traums die Kurzgeschichte Eis XXIX geschrieben. Darin geht es um eine Modifikation gefrorenen Wassers, die dichter ist als Wasser und erst bei über 80°C schmilzt. Sie gelangt in die Umwelt und löst eine Apokalypse aus.

    Vor einigen Monaten nun stieß ich in den Weiten des Internets auf einen Textauszug, in dem es um eine Modifikation namens »Ice 9« ging, die ähnliche Eigenschaften aufwies wie mein Eis 29. Ich habe recherchiert und bin auf diesen Roman gestoßen.

    Ich habe ihn gekauft, weil ich besorgt war, daß ich – wissentlich oder unwissentlich – Inhalte eines anderen Werkes kopiert habe. Glücklicherweise habe ich beim Lesen bemerkt, daß dies eindeutig nicht der Fall ist. Beide Geschichten unterscheiden sich sehr und keine Passage des Romans löst in mir auch nur den Ansatz eines déjà-vu Gefühls aus.

    Es ist so, daß zwei Personen einfach eine ähnliche Idee hatten und sie sehr unterschiedlich umgesetzt haben.

    Nun aber zum vorliegenden Roman. Mit gut 200 Seiten entspricht er im Umfang dem, was man in jener Zeit an Science Fiction schrieb. Zum Inhalt:

    Der Wissenschaftler Dr. Felix Hoenikker hat die Atombombe mit entwickelt. Zum Zeitpunkt der Geschichte ist er bereits verstorben. Ein namenloser Journalist, der Jonah genannt werden will, versucht als Ich-Erzähler, die Nachkommen dieses Wissenschaftlers zu interviewen, um Material für ein Buch zu sammeln.

    Hierzu reist er auf eine fiktive karibische Insel namens San Lorenzo. Läge sie in Europa, ginge sie wohl als Operettenstaat durch. Dort trifft er auf die drei Nachkommen von Dr. Hoenikker. Einer von ihnen, Franklin »Frank«, ist »General«, in Wirklichkeit Vizepräsident des Diktators »Papa« Monzano. Die beiden anderen, Angela und Newton, leben in einem luxoriösen Anwesen abseits der Stadt.

    Im Verlauf seiner Untersuchungen stößt Jonah darauf, daß Dr. Felix Hoenikker der Welt etwas weitaus tödlicheres hinterlassen hat als die Atombombe: Eine Wassermodifikation namens »Eis 9« mit einem Schmelzpunkt von 55°C. Sie ist invasiv und läßt flüssiges Wasser augenblicklich gefrieren. Jedes der drei Kinder besitzt ein versiegeltes Fläschchen mit einigen Kristallen dieser Substanz.

    Die namensgebende Cat’s Cradle, wörtlich Katzenwiege, ist ein Geschicklichkeitsspiel mit über die Finger gespannten Fäden, die von einer zweiten Person nach bestimmten Regeln abgenommen werden müssen. In meiner Kindheit haben wir das oft gespielt und ich war fasziniert von den Mustern, die man bei kreativer Auslegung der Regeln erhielt.

    In der Geschichte taucht sie an mehreren Stellen auf. Unter anderem malt Newton »Newt« Hoenikker ein Bild, das er so nennt. Eine Schlüsselrolle kommt der Katzenwiege in der Geschichte aber nicht zu.

    Bestimmender ist da ein Kult der Inselbewohner, der sich Bokomonismus nennt. Neben einigen exotischen Ritualen, zum Beispiel Füßeln, gibt es ein Buch, aus dem häufig zitiert wird und das meiner Meinung nach im wesentlichen aus sich gegenseitig widersprechenden Thesen besteht.

    Gut, das können einige Weltreligionen auch. Im Gegensatz zu denen leben die Bokomonisten aber in Frieden miteinander und selbst der Konflikt des Kultgründers Bokomon mit dem Diktator »Papa« Monzano wird lediglich zelebriert, ohne daß jemand dabei zu Schaden kommt. Ich finde die häufigen Zitate aus dem Buch Bokomon eher humorvoll und mußte des öfteren lächeln.

    Am Ende siegt die menschliche Dummheit. Wenn gleich drei Leute eine Substanz besitzen, die die Welt auslöschen kann, was wird dann wohl zwangsläufig geschehen?

    Mit den Untiefen der Physik hält sich der Autor dabei nicht auf. Die Herkunft von Eis 9 lautet »Gott-weiß-woher«. So steht’s im Roman. Auch der Gefriervorgang – laut der Geschichte augenblicklich – widerspricht physikalischen Gesetzen, vor allem wenn es dabei um etwas wie die Weltmeere geht.

    Das hat mich beim Lesen der Geschichte aber nur wenig gestört. Ich habe mich amüsiert und vergebe gerne vier von fünf Sternen für dieses prophetische Meisterwerk. Die bittere Ironie vor allem des Schlusses entspricht genau meiner Sichtweise der Dinge. Ich wünschte mir lediglich bessere Englischkenntnisse, um noch mehr inhaltliche Feinheiten verstehen zu können.

    Zum Schluß habe ich nur eine Frage: Warum gibt es keine Bokomonisten mehr? Die Welt wäre ein schönerer Ort mit ihnen.

  • Rezension »Der Astronaut« von Andy Weir

    Rezension »Der Astronaut« von Andy Weir

    Rezension »Der Astronaut« von Andy Weir *****

    Der Astronaut

    Ich habe vor einiger Zeit die Verfilmung von »Der Marsianer« mit Matt Damon mit einigem Genuss gesehen. Als ich entdeckt habe, dass der Autor des dazugehörigen Buches einen neuen Roman herausgebracht hat, habe ich ihn mir geholt.

    Ich wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte zog mich vom ersten Kapitel an in die Handlung hinein und ich habe mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt.

    Ryland Grace wacht in einer fremden Umgebung ohne Erinnerung an seine Vergangenheit auf. Seine beiden Mitreisenden sind schon vor langer Zeit gestorben. Sie haben das Koma nicht überlebt, in das sie für die Dauer des Fluges versetzt wurden.

    Der Astronaut stellt zu seinem Entsetzen fest, dass er sich in einem Raumschiff, der Hail Mary, befindet und dass es sich bei der Sonne, die er draußen sieht, nicht um Sol, sondern um Tau Ceti handelt, einen 12 Lichtjahre von unserer Sonne entfernten Stern. Da seine Erinnerung nur unangenehm langsam in Form kurzer Szenen zurückkommt, muss er sich mit den Randbedingungen irgendwie arrangieren.

    Die Parallelen zum Marsianer sind offensichtlich. Wir beobachten einen Mann, der völlig allein ist und überleben muß. Unglücklicherweise findet Grace schnell heraus, dass er sich auf einer Mission zur Rettung der Menschheit befindet und dass sein Überleben nicht Teil des Plans ist, denn weder Treibstoff noch Nahrung reichen für die Rückreise.

    Eine stellare Seuche namens »Astrophagen« hat sich in der lokalen Sternengruppe ausgebreitet und verringert die Leuchtkraft der Sterne mit der Zeit so sehr, dass ein Überleben auf der Erde schon in wenigen Jahrzehnten nicht mehr möglich sein wird. Tau Ceti ist der einzige Stern, der nicht betroffen zu sein scheint. Grace soll herausfinden, warum, und seine Ergebnisse mit vier redundanten Sonden zur Erde zurückschicken.

    Kaum ist er in das Tau Ceti System eingeflogen, taucht ein fremdes Raumschiff auf. Das Interesse ist gegenseitig und das fremde Schiff baut einen Tunnel zur Hail Mary. Grace trifft auf eine Lebensform, die ihm maximal fremdartig erscheint: eine fünfstrahlige steinerne Kreatur mit Quecksilber als Blut, die bei 200 Grad Celsius in einer Atmosphäre aus Ammoniak mit 29 Bar Druck lebt.

    Der Fremde, den er Rocky nennt, unternimmt Verständigungsversuche und nach einer Weile gelingt es Grace, seinem Computer die Grundbegriffe von dessen Sprache, die aus reiner Musik besteht, einzuprogrammieren und einen Weg zur gegenseitigen Verständigung zu finden.

    Rocky ist wie Grace der einzige Überlebende seines Schiffes. Seine anderen Besatzungsmitglieder sind unterwegs an kosmischer Strahlung gestorben, einem Phänomen, das in seiner Heimat wegen ihrer dichten Atmosphäre völlig unbekannt ist. Auch sein eigener Planet 40 Eridani A, 16 Lichtjahre von der Erde entfernt, ist von der Astrophageninvasion betroffen und seine Zivilisation hat deshalb ein Raumschiff nach Tau Ceti gesandt.

    Es macht Spaß, den beiden dabei zuzusehen, wie sie es schaffen, gemeinsam an einem Problem zu arbeiten, mit dem jeder einzelne überfordert wäre. Sie entdecken, dass Tau Ceti nicht betroffen ist, weil das Sternensystem die Heimat der Astrophagen ist und ihr Bestand hier durch einen natürlichen Feind, einen Einzeller, den sie »Taumöbe« nennen, reguliert wird.

    Bei der »wissenschaftlichen Herleitung«, dass sowohl Astrophagen, die auf der Oberfläche der Sonne leben, als auch Eridaner und Menschen eine gemeinsame Zellchemie besitzen, die auf Proteinen und Nukleinsäuren basiert, klappen meinem inneren Biochemiker die Fußnägel hoch und ich wünschte mir ein wenig mehr Science in der Fiction.

    Das ist aber Jammern auf hohem Niveau und ich finde, ich sollte meine eigenen Ansprüche da nicht so wichtig nehmen. Wenn man partout Plotlöcher und Logikbrüche finden will, wird man auch in den besten Romanen der Weltliteratur fündig und in meinen eigenen Büchern sowieso. Wer selbst im Glashaus sitzt … den Rest kennst Du. »Der Astronaut« ist durchweg hohe Erzählkunst und in den teilweise irrwitzigen Beschreibungen blitzt gelegentlich der Humor eines Douglas Adams durch.

    Wie das Buch am Ende ausgeht, mußt du selbst erlesen. Die Geschichte hält viele überraschende Wendungen bereit und ich möchte dir die berechtigte Vorfreude auf die Lektüre nicht nehmen. Für mich hält der Autor mein Wunschende bereit. Das mag daran liegen, dass ich mich gelegentlich selbst fremd unter Menschen fühle, wenn ich zu viel der aktuellen Nachrichten konsumiert habe.

    Dem englischen Original entsprechend ist auch in der deutschen Übersetzung meist von »Mikroben« die Rede, einem Wort, das ich eher aus Veröffentlichungen des 18. und 19. Jahrhunderts kenne. Insgesamt hat mir die abendliche Lektüre richtigen Spaß gemacht und ich vergebe gerne fünf Sterne für dieses gelungene Buch!

    (Überarbeiteter Beitrag, Erstveröffentlichung in den Andromeda Nachrichten Nummer 283)

  • Der Köder von Felice Picano (Rezension)

    Der Köder von Felice Picano (Rezension)

    Rezension: Felice Picano – Der Köder ****

    Rezension: Felice Picano - Der Köder

    Das Buch wurde mehrmals aufgelegt. Ich rezensiere die nebenstehend abgebildete Version des Albino Verlags von 1993. Die Cover der anderen Auflagen haben nicht viel mit dem Inhalt des Buches zu tun. Dieses hier paßt noch am ehesten.

    Dieses Buch habe ich zum ersten Mal in den Neunzigern gelesen. Aus für mich heute unerfindlichen Gründen habe ich es für mich in die Rubrik »Schwuler Porno« einsortiert und lange Zeit vergessen. In der Retroperspektive erinnere ich mich nur daran, daß ich den Schluß unbefriedigend fand.

    In einer Schriftstellergruppe auf Romeo.com fiel mir vor einigen Monaten eine Besprechung dieses Romans auf. Sie bewog mich dazu, mir das Buch noch einmal im Antiquariat zu besorgen.

    Beim Lesen fiel mir als erstes auf, daß der Text überraschend gut gealtert ist. Schnauzbärte kommen wieder in Mode und sogar das damalige Schönheitsideal des »Clones« findet heute zahlreiche Fans. Die Parties, auf denen sich unsere Helden tummeln, dürfte es so auch heute noch geben. Lediglich die Discomusik mußte wohl dem Techno weichen.

    Zum Inhalt: Noel Cummings (was für ein sprechender Name!) identifiziert sich zu Beginn der Geschichte als hetero, hat seine Frau auf tragische Weise verloren und trauert ihr hinterher. Beim morgendlichen Training wird er Zeuge des Mordes an einem Schwulen. »Abschlachten« trifft es besser. Die Details dieser und späterer Szenen erspare ich Dir.

    Noel wird gefangengenommen, unter Druck gesetzt und schließlich von »Whisper«, einer polizeinahen Organisation, angeworben, um einen Killer aufzuspüren, der bereits mehrere Schwule getötet hat. Nachdem man diesen etwas holprigen Einstieg überwunden hat, wird es spannend und lebendig.

    Noel wird von seiner Universität, an der er Literatur doziert, überraschend für ein Forschungsjahr freigestellt, um an einem Buch über die homosexuelle Szene New Yorks zu arbeiten. In Wirklichkeit jobbt er abends in einer schwulen Bar und infiltriert die Szene als Lockvogel. Seine Aufzeichnungen für das Buch geraten im Verlauf seiner Ermittlungen zusehends ins Hintertreffen.

    Noel ist ein Clone, ein hübscher noch dazu, und sein Kontaktmann bei Whisper hofft, daß der Mörder auf ihn aufmerksam wird, denn die bisherigen Opfer besaßen alle große Ähnlichkeit mit Noel. Er nimmt an rauschenden Parties teil und langsam gerät die heterosexuelle Fassade, die er mühsam vor sich selbst aufrecht hält, ins Bröckeln. Er muß akzeptieren, daß da noch mehr ist und daß er sich Sex nunmehr nicht nur mit Frauen vorstellen kann.

    So richtig homosexuell ist im Übrigen keine der Hauptpersonen, was mir auch schon bei anderen Werken von Felice Picano aufgefallen ist. Ein richtiger Schwulenautor ist er nicht. Vielleicht ist es diese kleine Distanz ohne jegliche Wertung, die dem Buch so gut bekommt.

    Als Noel schließlich Eric Redfern kennenlernt, dem eine Reihe der Clubs gehören, in denen die Handlung spielt, nimmt die Geschichte Fahrt auf. Eigentlich ist er hinter dem Topmodel Alana her, die Eric überall hin begleitet. Der Ton zwischen Eric und ihm ist anfangs rauh und von gegenseitiger Aversion geprägt. Mit der Zeit entwickelt sich zwischen beiden aber eine erotische Anziehung, die vor allem Noel verstört, weil er Eric zu dieser Zeit für den gesuchten Mörder hält.

    Das Buch ist in vier Teile gegliedert. Bereits im Verlauf des dritten Teils tauchen Zwischentöne auf, die in Noel Zweifel an Erics Rolle als Mörder aufkommen lassen. Im Gegenteil ist er Mitglied einer Gruppe Unternehmer, die gemeinsam Lobbyarbeit für homosexuellenfreundlichere Gesetze betreiben. Auch als weitere Personen sterben, die Eric nicht getötet haben kann, verweigert sich sein Kontaktmann bei Whisper den Fakten, die Noel herausfindet, hartnäckig.

    Im vierten Teil mutiert der Schwulenkrimi unversehends zum Verschwörungsthriller und auf einmal ist nichts mehr so, wie es in den ersten drei Teilen geschienen hat. Das ist spannend zu lesen. Allerdings wirkt das Finale auf mich konstruiert, so als hätte der Autor nicht recht gewußt, wie er die Geschichte abschließen soll. Auch hier gehe ich nicht ins Detail, denn Du magst die Lösung durchaus logisch finden und es mindert nicht meinen Eindruck, daß »Der Köder« auch heute noch ein lesenswertes Buch ist.

    Insbesondere die lebendige Beschreibung der (hauptsächlich) schwulen Szene ohne jeglichen erhobenen Zeigefinger finde ich nicht nur für Literaturhistoriker interessant. Gelegentlich gleitet die Handlung auch ein wenig ins pornographische ab, aber aus heutiger Perspektive lesen sich die Beschreibungen eher harmlos. Wer sich saftige Pornoszenen erhofft, der ist mit meinem Roman »Empath« besser bedient.

    Auffälliger finde ich da die starken Parallelen zur Handlung des 1980 erschienenen Romans »Cruising«, der in seiner Verfilmung ein Achtungserfolg für den frühen Al Pacino war. Insgesamt sind das für mich 3,5 Sterne von 5 Sternen, aufgerundet zu 4 Sternen.

  • Earthventure in Las Vegas

    Earthventure in Las Vegas

    Earthventure in Las Vegas - Cover

    Earthventure in Las Vegas

    Erschienen im VSS-Verlag Oktober 2023
    Softcover, 288 Seiten.
    19 x 12 x 2,1cm

    Aus dem Klappentext: Ulionk ist die erste Touristin, die den Abenteuerurlaub in Las Vegas bucht, ganz authentisch mit einem individuell für sie zusammengestellten Reiseprogramm, das einen Kindergeburtstag und einen illegalen Hundekampf beinhaltet. In der verrücktesten Stadt der Welt, wo man als Alien kaum auffällt, tut ihr Reiseführer Josh alles dafür, dass sein Gast nicht entlarvt wird.

    Ich habe dieses eBook vom Verlag kostenlos erhalten und rezensiere es nach bestem Wissen und Gewissen. Zunächst war ich skeptisch, was mich da erwartet. Je tiefer ich in den Inhalt eindrang, umso mehr fesselte er mich aber.

    Ich hatte mit Science Fiction gerechnet. So ganz trifft es das nicht, denn die Wissenschaft wird in diesem Buch nicht thematisiert. Am ehesten würde ich das Genre als »Cosy Fiction« benennen, denn brenzlige Situationen gibt es im Buch zwar reichlich, sie lösen sich aber meist rasch in heiteres Wohlgefallen auf.

    Das Setup bietet reichlich Platz für absurde Situationen. Die Erde als unerforschter Planet wird erstmals von Außerirdischen bereist. Diese haben eine Vorliebe für zuckerhaltige Speisen jeglicher Art, die sie in Mengen vertilgen, die in Deutschland Aufsehen erregen würden. In den USA, insbesondere in Las Vegas, gilt aber die Devise »leben und leben lassen«. In einem Land, in dem es normal ist, daß bei einem Wettessen jemand sechzig Hotdogs in wenigen Minuten herunterwürgt, erregen vierundzwanzig Donuts nur ein müdes Lächeln.

    Nach mehreren Versuchen, mit verschiedenen Erdenbewohnern in Kontakt zu kommen, prüfte Odiklu noch einmal seinen Übersetzungsapparat, den er unauffällig wie einen Ohrring trug, so dass es einem unaufmerksamen Gesprächspartner nicht auffiel, dass die Stimme nicht direkt aus seinem Mund kam. Odiklu musste mit seinem Mund – oder besser gesagt mit seiner Zunge – ohnehin etwas vorsichtig sein, denn selbstverständlich konnte er Dr. Düklus Greenaway-Lotion, nicht auf seine grünliche Zunge auftragen. Das heißt, theoretisch hätte er das gekonnt, aber Dr. Düklus Greenaway-Lotion schmeckte einfach scheußlich.

    An einem Stand, an dem Actionfiguren von Godzilla angeboten wurden, wagte Odiklu es erneut und sprach einen vollschlanken jungen Mann mit einem Ansatz von Halbglatze und Spiderman-T-Shirt an.
    „Hey, gleichgesinnter Comicfan. Wie geht es Dir?“ fragte Odiklu ungelenk. Innerhalb von sieben Sekunden baute sich in seinem Gesicht ein breites aufrichtiges Angrodaner-Lächeln auf.

    (Textprobe aus »Earthventure in Las Vegas«)

    So richtig ein Sympathieträger ist keiner der Protagonisten. Am ehesten noch »Tante Uli aus Kirgistan«, wie die Außerirdische Ulionk in Las Vegas eingeführt wird. Josh, die Hauptperson, die in der Textprobe von Odiklu auf einer Comicmesse angesprochen wird, ist eher ein Antiheld, was der Geschichte im Übrigen gut bekommt. Er stolpert hilflos durch die Handlung und fällt von einer Kalamität in die nächste. Ohne die ständige Hilfe seines Freundes Henry wäre er aufgeschmissen.

    colorful doughnuts
    Photo by Tijana Drndarski on Pexels.com

    Es macht Spaß, den beiden dabei zuzusehen, wie sie versuchen, alle von ihrer Gästin gewünschten Programmpunkte zu organisieren. »Tante Uli« ist sowieso mehr an regelmäßigen Zwischenstops in Eisdielen oder Kalorien-Ketten à la »Dunkin’ Donuts« interessiert und sieht großzügig darüber hinweg, wenn aus dem illegalen Hundekampf plötzlich ein Hahnenkampf wird oder das Kind auf der Feier gar nicht Geburtstag hat. Hauptsache authentisch!

    Die USA kommen in diesem Roman als eine Ansammlung von lustigen Klischees daher und sind dabei so meilenweit von unserer deutschen Lebensweise entfernt, daß ich mir die Augen gerieben habe, etwa bei der »Monster Challenge«, in der es darauf ankommt, fünf Pfund Eiscreme in 30 Minuten zu essen. Die Autorin ist aber mit genügend Ernst dabei, daß man erkennt, daß viele dieser »Vorurteile« möglicherweise sogar wahr sind.

    Manchmal läuft mir die Geschichte etwas zu glatt, etwa wenn sich herausstellt, wie Reiseveranstalter Odiklu an die von ihm großzügig verteilten Dollars kommt oder wenn »Tante Uli« beim Hahnenkampf verhaftet wird und auf einer amerikanischen Polizeiwache landet. Unterm Strich ist es aber ein großartiger Spaß und ich habe öfter überlegt, ob ich das Buch wegen Fremdscham kurz zur Seite lege oder herzhaft loslache. Meist habe ich letzteres getan.

    Insgesamt habe ich mich monsterchallengemäßig amüsiert und vergebe gern 4,5 von 5 Sternen.

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  • Rezension »Der Schwarm« von Frank Schätzing

    Rezension »Der Schwarm« von Frank Schätzing

    Rezension »Der Schwarm« von Frank Schätzing ****

    Rezension »Der Schwarm« von Frank Schätzing ****
    Cover »Der Schwarm« von Frank Schätzing

    In epischer Breite und einem Umfang, den auch mein »Neutronenreiter« nicht erreicht, breitet Frank Schätzing auf knapp tausend Seiten seine Geschichte »Der Schwarm« aus. Bereits nach der Lektüre von »Die Tyrannei des Schmetterlings« wußte ich, daß ich auch diesen Roman trotz seiner Längen gern lesen würde.

    Darauf gekommen, dieses Buch zur Hand zu nehmen, bin ich durch die teilweise katastrophalen Kritiken an der Serie, die in diesem Jahr im ZDF gesendet wurde. Jetzt kenne ich das Buch und weiß, wo es bei der Serie haken muß: Wie »Das Parfüm« ist auch dieser Stoff fast unverfilmbar. Wenn, dann kann ich ihn mir – mit großen Abstrichen an der Handlung – allenfalls als Hollywood-Blockbuster vorstellen, aber das Budget, das dazu nötig wäre, mag ich mir nicht ausmalen.

    Daß die US Navy beispielsweise einen ihrer Flugzeugträger zur Verfügung stellen würde, bezweifle ich, denn gerade sie kommt in der Geschichte besonders schlecht weg. Das mag auch der Grund sein, warum die USA in der Miniserie praktisch nicht vorkommen. Man befürchtete wohl politische Komplikationen.

    Zugegeben ist die Handlung an vielen Stellen länglich. Insbesondere die Selbstfindung des Inuit Leon Anawak nach dem Tod seines Vaters trägt auf gefühlten hundert Seiten meiner Meinung nach nicht wirklich etwas zum Fortgang der Handlung bei. An anderen Stellen – vor allem gegen Ende – gerät der Autor ins Philosophieren. Das ist nichts für mich und ich habe diese Seiten lediglich diagonal gelesen. Die zentrale (und meiner Ansicht nach korrekte) Botschaft des Buches, daß wir Menschen aus Leichtsinn, Unwissenheit und purer Ignoranz nichts besseres zu tun haben als unseren Planeten zu zerstören, duftet Parfum-gleich auch so aus jeder Seite dieses monumentalen Werkes. Da wäre weniger Redundanz mehr gewesen.

    Der Schwarm (Mini-Serie im ZDF)
    Der Schwarm (Mini-Serie im ZDF)

    Ich habe eine Weile benötigt, um mich in die Handlung einzulesen. Zu viel scheinbar nicht zusammenhängendes geschieht auf den ersten hundert Seiten. Erst langsam kristallisieren sich die Hauptfiguren Sigur Johanson und Leon Anawak und ihre jeweiligen Teambegleiter heraus und daß die völlig unterschiedlichen Probleme, mit denen sie konfrontiert werden – Myriaden methanfressender Würmer auf der einen und verhaltensgestörte Meeressäuger auf der anderen Seite – Facetten ein und der selben Katastrophe sind, die sich allmählich am Horizont abzeichnet.

    Ich weiß nicht, was viele Rezensenten gegen solch lange und gemächliche Einleitungsphasen in Büchern haben. Der Stoff gibt es her und die Länge des Buches zweimal. Nur weil nicht gleich von der ersten Seite an atemberaubende Spannung herrscht, ist dieses Buch nicht schlechter als andere – im Gegenteil! Solche Bücher trennen meiner Meinung nach auch unter den Lesern die schnellebigen Exemplare, die auf jeder Seite getriggert werden müssen, von denjenigen, die bereit sind, sich auf solch einen umfangreichen Stoff einzulassen.

    Einige Passagen konnte ich nur diagonal lesen. Zu furchtbar und teilweise ekellerregend sind mir manche Beschreibungen. Dafür gibt es aber ein großes Publikum und gerade diese Szenen würden sich im Film gut machen. Unmengen von Krebsen, Spinnentieren, Muscheln und Krebsen fluten die Strände und verbreiten tödliche Seuchen. Ein Abrutsch des norwegischen Kontinentalhangs, verursacht durch methanhydratfressende Bakterien in Würmern, verursacht einen Tsunami, der halb Europa verwüstet und auch meine geliebte Heimatstadt Bremen dem Erdboden gleichmacht.

    Johanson und Anawak kommen unabhängig voneinander zu dem Schluß, daß da etwas in den unerforschten Becken der Tiefsee existieren muß, das beschlossen hat, die Menschheit vom Angesicht des Planeten zu tilgen. Etwas uraltes, das so fremdartig ist, daß ebenfalls hundert Seiten benötigt werden, um es überhaupt halbwegs anschaulich zu beschreiben. Das Denken der mehr als hundert Millionen Jahre alten »Yrr« – so sie denn überhaupt denken – bleibt bis zum Schluß ein Rätsel und ich fühlte mich diesbezüglich an den vor einiger Zeit gelesenen Roman »Infinitum« erinnert.

    Schätzing muß Jahre recherchiert haben, um diese Vielzahl an Fakten zusammenzutragen und zu einem sinnvollen Ganzen zusammenzufügen. Die meisten fachlichen Disziplinen beherrscht er dabei virtuos und bringt es fertig, selbst trockenste Wissenschaft anschaulich, verständlich und vor allem spannend darzulegen.

    Die angebliche Mission zur Kommunikation mit den »Yrr« auf dem eingangs erwähnten Flugzeugträger pervertiert schließlich zu etwas Gräßlichem. Selbst ernannte Weltpolizisten mit vermeintlich göttlichem Auftrag führen die Welt im Eiltempo an den Abgrund, bis die »Yrr« schließlich angreifen. Bis zum Schluß war das einzige und unvermeidliche »Happy-End«, das ich mir noch vorstellen konnte, die völlige Auslöschung unserer Spezies zum Wohle des Planeten. Man wünscht sich tatsächlich, daß die »Yrr« die Menschheit endlich auf den verdienten Müllhaufen der Geschichte schicken.

    Ob die Geschichte am Ende tatsächlich noch den Dreh bekommt und »Gottes Schöpfung« (wessen Gott?!) eine unverdiente zweite Chance erhält, lasse ich mal dahingestellt und für die Handlung spielt es keine Rolle mehr. Für mich bleibt im Resümee ein faszinierender und spannender Plot, der mir Anlaß zum Nachdenken gegeben (und leider auch einige Albträume beschoren) hat. Für mich sind das mehr als vier Sterne, allerdings nicht so viel mehr, daß es zum Aufrunden auf Fünf genügte.

    Vielen Dank an Frank Schätzing und
    bleib gespannt!
    Dein Mike

  • Rezension: »Bruderhitze« von Marc Wallo Schneider

    Rezension: »Bruderhitze« von Marc Wallo Schneider

    Rezension: »Bruderhitze« von Marc Wallo Schneider ****

    Rezension »Bruderhitze« von Marc Wallo Schneider
    Bruderhitze und Stinkehoppel

    Softcover : 252 Seiten
    Verlag: Himmelstürmer
    Autor: Marc Wallo Schneider
    Auflage: 1. Aufl., erschienen am 01.04.2023
    Sprache: Deutsch
    ISBN 978-3-98758-051-2

    Es handelt sich bei diesem Buch um einen Krimi, der in Berlins schwuler Fetisch- und BDSM-Szene des Jahres 2015 spielt. Der Autor legt hier auf 252 Seiten einen vielversprechenden Debutroman vor.

    Der verheiratete Basketballtrainer Martin Kowalewski hängt tot in Handschellen im Studio des Escorts Kevin. Kommissar Roland Schmidt ermittelt und erhält ungebeten Unterstützung vom Privatermittler Jan Schweitzer, der – von Kevins bestem Freund Maxime beauftragt – Kevins Unschuld beweisen will.

    Der ermittelnde Kommissar und der Detektiv mit seinem Team pflegen ein fast freundschaftliches Verhältnis untereinander und teilen sogar die Ermittlungsergebnisse – für einen Krimi finde ich das ungewöhnlich. Viele Details des Falls sind nichts für schwache Nerven, denn der Verstorbene war weiß Gott kein Unschuldslamm.

    Die vielen Personen, die gleich zu Anfang der Geschichte auftauchen, und der auktoriale Schreibstil mit langen, erklärenden Passagen gestalteten mir den Einstieg ins Buch etwas sperrig. Danach begann es, Spaß zu machen. Viele überraschende Wendungen inklusive einer fulminanten Schlußpointe ließen keine Langeweile aufkommen. Besonders ins Herz geschlossen habe ich die etwas naive Lisa und ihren Welpen Luky sowie natürlich den #Stinkehoppel. Er stellt das Bindeglied dar zwischen den titelgebenden Brüdern Maxime und Neb, die im Verlauf der Geschichte erst wieder zusammenfinden müssen.

    »Bruderhitze« von Marc Wallo Schneider
    Ein echter Hingucker ist dagegen das farbenfrohe Cover!

    Der Kriminalfall gestaltet sich höchst kompliziert. Zwischenzeitlich fühlte ich mich an »Mord im Orient-Expreß« erinnert, denn jeder Verdächtige – und davon gibt es einige – hat auch ein handfestes Mordmotiv und war zudem am Mordtag am Tatort. Zudem hat die ebenso reiche wie unangenehme Familie Löffler überall ihre Finger im Spiel und versucht, Einfluß auf die Ermittlungen zu nehmen. Kommissar Schmidt hat alle Hände voll zu tun, damit ihm die Fäden nicht aus der Hand gleiten und im Showdown nach der scheinbaren Auflösung steht alles auf Messers Schneide.

    Was mich erschreckt, ist, daß es mittlerweile Verlage gibt, die ihren Autoren praktisch kein Lektorat mehr zukommen lassen. Gerade bei einem Debutroman ist das problematisch, denn kein Schriftsteller beherrscht sein Metier von Beginn an perfekt. Die holprige Anfangsphase und der dadurch erschwerte Einstieg in die Geschichte hätten wirklich nicht sein müssen!

    Auch der Buchsatz läßt zu wünschen übrig. Eine ganze Reihe Hurenkinder behindern beim Umblättern den Lesefluß zusätzlich. Ein echter Hingucker ist dagegen das farbenfrohe Cover! Für das Gesamtpaket vergebe ich 3,5 Sterne (aufgerundet zu vier) und freue mich auf das nächste Buch des Autoren.

  • Rezension: Singularity von Joshua Tree

    Rezension: Singularity von Joshua Tree

    Rezension: Singularity von Joshua Tree

    singularity

    Ich beginne mit dem Tiefpunkt des Buches: seinem Cover. Hier merkt man deutlich, daß selbst große Verlage nur noch für ihre absoluten Bestsellerautoren Geld in die Hand nehmen. Auf einem uninspirierten Hintergrund, der an Matrix erinnert schreit es einen an:

    S I N

    GULA

    RIT Y

    Man setzt auf Covern üblicherweise keine Bindestriche noch beschäftigt man sich mit Marginalien wie Kerning. Beim »Herrn des wüsten Planeten« mag das ein amüsiertes Lächeln hervorrufen. Hier bewirkt es, daß man sich an den Kopf faßt und fragt: Hä?«

    In der Sekunde, die man benötigt, um seine hoffentlich vorhandenen Englischkenntnisse zusammenzukratzen und aus der Bleiwüste ein sinnvolles Wort zu bilden (Warum nicht Singularität?), ist man in der virtuellen oder realen Buchhandlung bereits zum nächsten Buch weitergewandert.

    Glücklicherweise beurteile ich ein Buch nicht nach seinem Cover. Die Rechtschreibfehler im Klappentext sind auch geschenkt. Der Autor hingegen hat ausgezeichnete Arbeit geleistet. Seine Geschichte hat mich trotz ihres eher gemächlichen Erzähltempos von Anfang an mitgerissen und zu keinem Zeitpunkt gelangweilt!

    Auf der Erde ist das Leben nach dem selbstverschuldeten Klimawandel trostlos. Auf dem Gebiet der USA verbringen nur wenige genetisch verbesserte Menschen in Inseln der Hochzivilisation wie New York ein einigermaßen selbstbestimmtes Leben in einer Art virtuellem Raum. Sie schauen wie ein hypnotisiertes Kaninchen auf die kommende Singularität, den Punkt, an dem die Computer die Menschen überflügelt haben werden, die sie einst programmierten.

    Die nicht genetisch verbesserten Menschen leben in trostlosen ‘Zügen’ in der lebensfeindlichen Umgebung der Ebenen des mittleren Westens und bekommen davon nichts mit. Eine KI namens Administratorin versucht, ihrem Leben mit einer Legende einen Sinn zu geben – mit zunehmend weniger Erfolg. Es gibt Aufstände und die meisten Menschen werden von der KI und ihren Drohnen getötet.

    Wir folgen den Lebenslinien der nicht verbesserten Menschen Adam und James. Der Junge Adam ist einem Massaker in einem der Züge entkommen und versucht, sich ins ferne New York durchzuschlagen und seinen Vater zu finden.

    James ist bereits dort und wird von den dort lebenden hyperintelligenten Menschen zwar freundlich behandelt, ist für sie aber letztlich nicht mehr als ein amüsantes Spielzeug. Für ihn überraschend betrauen sie ihn mit einer heiklen Mission: er soll in einer VR Simulation Spuren von Luise, der Tochter des Programmierers der Simulation finden, die in der realen Welt bei einem Bootsunfall starb. Überraschenderweise zeigt sich, daß seine menschliche Intuition der Rechengeschwindigkeit der genetisch Verbesserten hier überlegen ist. Er findet Luise und gemeinsam hecken sie einen Plan aus, um der Singularität zu entkommen.

    Ein dritter Handlungsstrang läuft zunächst off-topic nebenher: Phoebe und Rhea arbeiten in einer Simulation, die auf einem Planeten des benachbarten Sternsystems Proxima Centauri spielt, auf dem ein Kolonieschiff etwa 100 Avatare in einer Art Kolonie deponiert hat. Die Menschen planen, das Bewußtsein weniger privilegierter Exemplare in Bits und Bytes mit einer Technik namens ‘Quantum Link’ in die Gehirne der Klone auf dem neu besiedelten Planeten zu kopieren und diesen anschließend zu besiedeln.

    Phoebe und Rhea sollen in der Simulation dort ggf. auftretende Probleme aufspüren. Diese gibt es in Hülle und Fülle. Ein Klon erwacht, ein anderer verschwindet. Es stellt sich die Frage, ob sie sich wirklich in einer Simulation befinden und sie stellen fest, daß sie nicht die Personen sind, die sie zu sein glauben.

    Die Art, wie der Autor den perfekten Cyberspace kreiert, den man benötigt, um ein menschliches Bewußtsein zu zerlegen und anderswo wieder korrekt zusammenzusetzen, finde ich heikel. ‘Alle Flächen sind mit Sensorstaub überzogen. Jede Glasfront, jeder Bürgersteig, jede Straße, jedes Luftmolekül’ (S.191-2). Wer aber Trägheitsdämpfer, Beamen und das Ignorieren der Quantenphysik im Perry Rhodan Universum als Science-Fiction ansieht, und das tun wir wohl alle, sollte auch mit Nanobots auf Luftmolekülen keine Probleme haben.

    In der wirklichen Welt bleibt bei dieser Übertragung wohl das Bewußtsein des Menschen in seinem Körper zurück, während ein lediglich simuliertes Selbst auf die Reise nach Proxima Centauri geschickt wird. Diese Unterscheidung mag für die Zukunft der Menschheit aber unerheblich sein, denn auch dort werden die Klone von einer starken KI gepflegt, der vorgegaukelt wird, eine menschliche Existenz zu sein.

    Gegen Ende der Geschichte verschwimmt die Grenze zwischen Simulation und Realität endgültig. Das Finale stellt die Handlung vom Kopf auf die Füße. Das Buch hat mir einige durchgrübelte Nächte beschert und ich gebe eine klare Kaufempfehlung.

    Joshua Tree

    Singularity

    Fischer Tor Verlag 2021

    ISBN 978-3-596-70087-5

    Klappbroschur, 459 Seiten

  • Freibadfliesenblau (Rezension)

    Freibadfliesenblau (Rezension)

    Freibadfliesenblau - ein Roman von Matti Laaksonen
    Bildquelle: https://mattilaaksonen.de

    Freibadfliesenblau – ein Roman von Matti Laaksonen *****

    »Keine Ahnung, du wirkst eher wie so ein … Punto-Typ.«
    »Ein Punto-Typ?«
    »Ja, weißt schon. Ein kleines Auto, sieht irgendwie süß aus, mit diesen großen Kulleraugen. Aber eben nichts Aufregendes.«

    Dieser Teaser steht für mich sinnbildlich für die ganze Geschichte, denn auch ein Punto-Typ (oder in diesem Falle ein T4-Typ) kann durchaus aufregend sein. Es macht Spaß, dabei im Geiste zuzusehen, wie sich diese beiden herrlich verpeilten Typen im Verlauf ihrer Reise näher kennenlernen.

    Der Roman ist mir bei seiner Veröffentlichung bereits durch sein excellentes Cover aufgefallen. Ich liebe dieses Blau! Dennoch hätte ich mir das Buch wohl nie gekauft, denn ich zähle mich in meinem Alter nicht mehr zur Zielgruppe von Geschichten über das Erwachsenwerden der Protagonisten (im neudeutschen zugegebenermaßen etwas prägnanter »Coming-of-Age«).

    Ich bekam es aber später im Rahmen eines Wettbewerbs zur Begutachtung vorgelegt (deswegen bewerte ich es auch erst jetzt, nach der Preisverleihung) und mußte mich wohl oder übel damit beschäftigen. Zu meiner Überraschung hatte ich mich bereits nach den ersten Seiten darin festgelesen. Das ist in Teilen dem guten Lektorat und dem Buchsatz geschuldet, die einem keinerlei Lesebremsen in den Weg legen. Aber auch John und Henning, die beiden Hauptfiguren, werden einfühlsam und spannend aufgebaut und man folgt ihnen gerne, wie sie zu ihren jeweiligen Lebensreisen aufbrechen.

    Jede einzelne dieser beiden Reisen würde wohl schnell in einer Katastrophe enden, denn wirklich lebensfähig sind weder Henning noch John. Zusammen ergänzen sie sich aber erstaunlich gut und der geplante Skandinavientrip kann tatsächlich stattfinden, nachdem sie sich dann endlich unterwegs im Freibad kennengelernt haben.

    Die Triggerwarnung zum Tod naher Angehöriger halte ich persönlich für überflüssig (so wie die allermeisten Triggerwarnungen) und das sage ich, obwohl ich selbst gerade von ihr betroffen bin. Zu nah ist man den beiden, wie sie sich behutsam kennenlernen und bemerken, daß da noch mehr ist, daß die Trauer nicht ihr ganzes Leben bestimmen wird.

    Ein paar Ungereimtheiten noch am Ende. Die finanzielle Ausstattung von Henning scheint mir in Relation zu seinem Gepäck erstaunlich hoch zu sein. Auch der anfangs so strenge Vater wundert mich. Er wartet treu und brav die ganzen Sommerferien lang, bis der verlorene Sohn wieder nach Hause kommt, um ihm dann sofort alles zu vergeben. Ich als Vater hätte maximal eine Woche vergehen lassen – wahrscheinlich deutlich weniger – um dann bei der Polizei Vermißtenanzeige zu erstatten!

    Natürlich hätte das den Fluß der Reise unserer Protagonisten erheblich gestört und ihr möglicherweise sogar ein abruptes und verfrühtes Ende beschoren. Auch später geht Matti Laaksonen über möglicherweise aufkommende Probleme nonchalant hinweg. Die schnell nahende Rettung, als die beiden mit einer Panne am Polarkreis liegenbleiben, grenzt für mich ebenso an ein Wunder wie, daß der Geschichte am Ende tatsächlich ein Happy-End beschieden ist. Zu unterschiedlich sind doch John und Henning und beide sind unfähig, ihre Bedürfnisse zu artikulieren. Für eine Beziehung ist das gerne mal der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt.

    »Wie schwimmen im Meer« von Matti Laaksonen
    Auch ein neues Buch ist zwischenzeitlich erschienen. »Wie Schwimmen im Meer« ist – Überraschung! – Coming of Age 😏

    Die wenigen erotischen Andeutungen wirken auf mich anfangs etwas verklemmt, aber nicht unstimmig. Auch die Beschreibung des »ersten Mals« könnte meiner Meinung nach so durchaus bei Oswald Kolle stehen. Die Zeichnung gegen Ende der Geschichte ist technisch in Ordnung, aber überflüssig. Sie engt meine Fantasie ein.

    Insgesamt sind das für mich viereinhalb von fünf Sternen, aufgerundet fünf. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für alle(!) Altersgruppen.

  • Rezension: Fiebriges Verlangen Jace (Die Sigma-Bedrohung 1) von Marie Johnston **

    Rezension: Fiebriges Verlangen Jace (Die Sigma-Bedrohung 1) von Marie Johnston **

    Rezension: Fiebriges Verlangen Jace (Die Sigma-Bedrohung 1) von Marie Johnston **

    Maschinelle Übersetzung fast ohne Nachbearbeitung

    Rezension: Fiebriges Verlangen Jace (Die Sigma-Bedrohung 1) von Marie Johnston **

    Die Geschichte ist im englischen Original möglicherweise sogar ganz nett zu lesen. Eine praktisch unlektorierte maschinelle Übersetzung einfach zu veröffentlichen, geht aber gar nicht. Daß an diesem Werk tatsächlich eine Übersetzerin beteiligt sein soll, kann ich mir ob der Qualität des Gebotenen nicht vorstellen. Die Dame, die dafür ihren Namen hergegeben hat, tut mir leid, denn niemand, der das hier gelesen hat, wird sie je wieder engagieren.

    Zu Beginn geht es noch. Dann häufen sich aber die beim maschinellen Übersetzen zwangsläufig entstehenden Logik-, Zuordnungs-, Grammatik- und Rechtschreibfehler so sehr, daß ich in der zweiten Hälfte ganze Passagen nur noch mit größter Mühe verstehen konnte.

    Maschinelle Übersetzungen mit Google Translate oder DEEPL sind heute schon überraschend gut. Für ein Buch langt es aber bei weitem noch nicht.

    Die stereotypen Pornoszenen bewerte ich nicht. Dafür gibt es einen großen Markt. Insgesamt kann ich von diesem Buch aber nur dringend abraten, wenn man nicht außergewöhnlich leidensfähig ist.

    Werke wie das hier vorliegende überschwemmen seit einigen Jahren den Markt in verschiedenen Genres, bevorzugt Erotik und Romance, aber auch bei Sachbüchern. Das – meist englische – Original wird mal eben ins Deutsche (und gelegentlich noch ein halbes Dutzend anderer Sprachen) maschinell übersetzt in der Hoffnung, daß die Leserinnen anspruchslos genug sind, über die gravierenden Mängel hinwegsehen und sich das Buch wegen des recht hübschen Covers dennoch holen.

    Die für dieses Buch vorliegenden zahlreichen positiven Bewertungen entbehren meiner Ansicht nach jeder Grundlage und ich könnte nur mutmaßen, wie sie zustande gekommen sind.

    Mein Fazit: Finger weg von solchem Schund! Für das Cover gebe ich einen Stern mehr, als mir das Buch wert ist.

  • Rezension: De Occultis von Manuel Bianchi *****

    Rezension: De Occultis von Manuel Bianchi *****

    Manuel Bianchi De Occultis

    Rezension: De Occultis von Manuel Bianchi *****

    Wenn mein bester Schriftstellerkollege und Freund schon mal etwas neues auf den Markt wirft, muß ich es doch lesen und gebührend feiern.

    Ich bin der Meinung, daß nicht jede Geschichte ein Happy-End haben muß. Einige der Geschichten enden traurig. Andere lassen einen mit offenem Mund zurück. Für mich als Bremer ist es ungewohnt, Orte, an denen ich mich regelmäßig aufhalte, als Schauplatz einer Geschichte zu sehen. Ich habe aber nur einige Minuten gebraucht, um mich daran zu gewöhnen und mit Aaron und seinen Kollegen mitzufiebern, zu leiden und zu staunen. Mehr davon! Und bitte bald!

    Mike Gorden

  • Rezension: Under A Full Moon (Slate Mountain Wolf Pack Book 1) (English Edition) by Sammi Cee & Michelle Frost ***

    Rezension: Under A Full Moon (Slate Mountain Wolf Pack Book 1) (English Edition) by Sammi Cee & Michelle Frost ***

    Under A Full Moon (Slate Mountain Wolf Pack Book 1) (English Edition)

    Rezension: Under A Full Moon (Slate Mountain Wolf Pack Book 1) (English Edition) by Sammi Cee & Michelle Frost ***

    I wanted to read a book about werewolves and got this one for free so there is no reason to complain.

    The story started fast, I like the descriptions of Slate Mountain and the people living there and my english was good enough to follow the plot without problems.

    The plot… that’s the only problem I got serious problems with. It’s so one-dimensional. No twists, no unexpected changes. People meet, fall in love and marry. That’s it.

    The racist sheriff, the hypocrite mayor which is the father of one main character, the threat coming from the bears normally give lots of stuff for something unexpected, but nearly nothing happened. Even the fight between the wolves and the bear was one-dimensional. It looks like the authors didn’t want to hurt their characters seriously.

    The blurb left the impression that this book can be read alone but this turned out as wrong. Too many open threads left at the end. I thought of buying the other parts but the risk is too high that they come out just as other one-dimensional plots around another couple without sufficent proceedings in the main story.

    I didn’t expect more because the story was for free. So my conclusion is that this story is just one more average romance. There are lots or readers for that for sure. My fault, that I hoped for more. I even forgot the names of the characters in the mean time.

    Mike Gorden

  • Noch’n Gedicht – von Heinz Ehrhardt (Rezension)

    Noch’n Gedicht – von Heinz Ehrhardt (Rezension)

    Heinz Erhardt - Noch’n Gedicht: Zeitloser Humor vom Feinsten

    Heinz Erhardt – Noch’n Gedicht: Zeitloser Humor vom Feinsten

    Heinz Erhardts Buch zeigt – oft in Vierzeilern – das humoristische Können dieses Schriftstellers und Entertainers.


    »In nur vier Zeilen was zu sagen,
    das scheint uns leicht, doch ist es schwer.
    Man braucht ja nur mal nachzuschlagen.
    Die meisten Dichter brauchen mehr.«

    Diese vier Zeilen sagen alles über einen Mann, der die deutsche Sprache wie kaum ein anderer beherrschte. In nur einem halben Satz zwischen großem Drama und absurder Komik zu wechseln, das konnte nur er. Wer seine Gedichte nicht mit Lachtränen in den Augen liest, der hat keinen Humor. Was er uns wohl heute zu sagen hätte?

    Glücklicherweise war der Begriff ‘Comedian’ damals im Deutschen noch nicht gebräuchlich. Würde man den Begriff auf ihn anwenden, würde man seiner Kunst nämlich nicht gerecht.

  • Rezension: Gleann Comhann – Gefangen im Tal der Tränen

    Rezension: Gleann Comhann – Gefangen im Tal der Tränen

    Gleann Comhann - Gefangen im Tal der Tränen: Kann Liebe Jahrhunderte überdauern?

    Rezension: Gleann Comhann – Gefangen im Tal der Tränen: Kann Liebe Jahrhunderte überdauern? *****

    Gefangen im Tal der Tränen: Eine traurig-schöne Liebesgeschichte von Daniela Vogel, die mehrere Jahrhunderte dauert.

    Klappentext aus Amazon: „Die junge Studentin der schottischen Geschichte, Caitriona “Cat” Campbell, muss zu Samhain, der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November, für einen Aufsatz recherchieren. Ziel ist das Tal der Tränen in den Highlands, wie man den romantischen Ort Glencoe (gälisch Gleann Comhann), Schauplatz eines Clan-Massakers im 17. Jahrhundert, auch nennt. Sie glaubt nicht mehr an die große Liebe, geschweige denn an die Mythen von früher.

    Doch der Geist von Dusten MacDonald belehrt sie eines Besseren. Dusten wird im Feenreich gefangen gehalten und ist mit einem Fluch belegt. Nur zu Samhain ist es ihm erlaubt, sich den Sterblichen zu zeigen, um nach Erlösung zu suchen. Sie beschließt, ihm zu helfen. Allerdings landet sie nicht im Feenreich, wie ursprünglich geplant, sondern im 17. Jahrhundert. Dort trifft sie auf Dusten. Doch wie soll sie verhindern, dass das Unausweichliche geschieht?“

    Das Buch spielt in zwei verschiedenen Zeitebenen. Die handelnden Figuren sind bei aller Knappheit sehr lebendig und durchaus ausführlich genug beschrieben, so daß man mitleiden und mitschmelzen kann. Die Handlung kommt schnell auf den Punkt, so daß man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag.

    Die historischen Beschreibungen aus Schottland sind nachvollziehbar und teilweise sogar nachprüfbar. Hier schreibt eine Person, die sich mit der Materie beschäftigt hat.

    Romance ist eigentlich kein Genre, das ich regelmäßig lese. Dieses Mal habe ich meine Entscheidung aber nicht bereut. Mir selbst hat das Buch eine mehrstündige Bahnfahrt so versüßt, daß ich einen frischen Bänderriß im Knöchel kaum noch gespürt habe. Ich finde: mehr muß ein Buch nicht können und vergebe gerne die volle Punktzahl.

  • Rezension: Dan Brown – Origin ****

    Rezension: Dan Brown – Origin ****

    Dan Brown - Origin (Cover)

    Rezension: Dan Brown – Origin ****

    Kurzmeinung: Gewohnt rasant und spannend mit inhaltlichen Schwächen.

    Dan Brown hält sich nicht mit langem Vorgeplänkel auf. Man kennt ja den Protagonisten Robert Langdon und bereits nach den ersten Kapiteln ist man mittendrin in einer rasend spannenden Geschichte.

    Wie immer geht es um Kunst, um Religion, um eine Sekte, im Intrigen und Macht. Mehr als das: Es geht um die große Frage nach dem Woher und Wohin, die Dan Brown verspricht, zu lösen.

    Selbstverständlich scheitert er an diesem Anspruch. Die Auflösung kommt ein wenig zu massenkompatibel daher. Brown wirft mit wissenschaftlichen Fachausdrücken nur so um sich. Es bleibt aber der Nachgeschmack, daß er nicht alles, über das er da schreibt, fachlich wirklich durchdrungen hat.

    Streiten kann man auch über die Einbindung des spanischen Königshauses in die Intrige. Die Figuren tragen zwar andere Namen, ähneln aber Juan Carlos, Felipe und Leticia zu sehr, als daß man das ignorieren könnte. Dan Brown hat solche Ähnlichkeiten mit lebenden Personen in seinen früheren Romanen aus gutem Grund vermieden.

    Ein Highlight finde ich in den Beschreibungen von Antoni Gaudis Werk. Die bildhaften Erläuterungen zu den Hintergründen seiner Schöpfungen machen richtig Lust, sich damit einmal näher zu beschäftigen und nach Barcelona zu fliegen.

    Alles in allem erfüllt das für mich knapp vier von fünf Sternen.

  • Rezension: Jaroslav Kalfar – Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt ****

    Rezension: Jaroslav Kalfar – Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt ****

    Jaroslav Kalfar - Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt (Cover)

    Rezension: Jaroslav Kalfar – Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt ****

    Kurzmeinung: Wer Science Fiction erwartet, wird enttäuscht. Ein großer Teil der Geschichte spielt in der Tschechoslowakei in der Zeit um den Mauerfall.

    Ich hatte nach der Lektüre des Klappentextes einen Science Fiction Roman erwartet. Das stimmt aber nur halb. Der Ich-Erzähler spricht in langen Rückblenden, die etwa die Hälfte des Buches ausmachen, von seiner Kindheit in der Tschechoslowakei vor dem Mauerfall. Von seinem regimetreuen Vater, der sich schuldig gemacht hat. Von der Dorfgemeinschaft, die sich an der Familie nach dem Mauerfall rächte. Vom Wirken des Predigers Jan Hus im 14. Jahrhundert und seiner Bedeutung für das böhmische Nationalbewußtsein. Von der Beziehung zu seiner Frau, die an seiner Mission zerbricht.

    Die Science Fiction Rahmenhandlung kommt mit einigen spannenden Ideen daher, die für mich allerdings etwas aus der Luft gegriffen wirken und nirgends in einen Kontext zur aktuellen Wissenschaft gestellt werden. Das finde ich schade. So wirkt es auf mich, als wäre diese Rahmenhandlung nur der Aufhänger für die eigentliche Geschichte, die in der Vergangenheit spielt. Diese liest sich flüssig und durchaus fundiert, hätte als selbstständiger Roman aber vielleicht noch mehr Potential.

  • Rezension: Ken Follett – Die Säulen der Erde ****

    Rezension: Ken Follett – Die Säulen der Erde ****

    Ken Follett - Die Säulen der Erde (ISBN: 9783404171651)

    Rezension: Ken Follett – Die Säulen der Erde ****

    Kurzmeinung: Sehr realitätsnah geschrieben. Teilweise zu sehr.

    Ich habe viel gelernt, nachdem ich dieses Buch gelesen hatte. Über das Mittelalter. Über das damalige Europa. Über den Stand der Wissenschaft. Über die Entwicklung der für den Bau gotischer Kathedralen nötigen Gewölbetechnik. Das alles ist in eine trotz aller epischen Ausladung sehr spannende Rahmenhandlung eingegliedert.

    Die Entwicklung der Figuren über Jahrzehnte mitzuverfolgen, macht Spaß. Wie Jack Shareburg hinter das Geheimnis seines Namens kommt, hat mich berührt. Die Reisen durch das damalige Europa wirken auf mich authentisch und wirklichkeitsnah.

    Teilweise ist mir der Schreibstil des Autoren jedoch zu wirklichkeitsnah. Ich habe vieles mit Gewinn gelesen. Was ich mir aber gerne erspart hätte, ist die ausführliche Beschreibung einer Mehrfachvergewaltigung. An dieser Stelle hätte ich das Buch beinahe beiseite gelegt. Ich finde, daß man nicht alle Aspekte abbilden muß, um zu einer realistischen Beschreibung der damaligen Zeit zu kommen. Insgesamt sind das für mich vier von fünf Sternen.

  • Infinitum von Christopher Paolini (Rezension)

    Infinitum von Christopher Paolini (Rezension)

    Christopher Paolini: Infinitum (Cover)
    Christopher Paolini: Infinitum (Cover)

    Rezension: Christopher Paolini – Infinitum *****

    Daß dieser Schriftsteller etwas von seinem Fach versteht, hat er schon als junger Mann unter Beweis gestellt; ebenso, daß er mit komplexen Stoffen umgehen kann. Nach dem Fantasy Epos »Eragon« schreibt er diesmal Science Fiction und er beherrscht auch dieses Genre gut.

    Wie gewohnt ist auch »Infinitum« sehr umfangreich geraten. Zugang zur Handlung bekommt man beim Lesen schnell, denn sie ist temporeich und spannend angelegt. Zugang zu den Figuren und vor allem zu den Zusammenhängen, die die Handlung vorantreiben, habe ich dagegen erst spät erhalten. Die Liebesgeschichte am Anfang erscheint beispielsweise flach und ist zu Ende, ehe sie sich entwickeln und ins Herz dringen kann. Deshalb habe ich das Buch zwischendurch auch mehrfach für längere Zeit beiseite gelegt, weil mir andere Dinge wichtiger waren.

    Das liegt auch an einem weiteren Punkt, an dem ich persönlich etwas auszusetzen habe. Die Handlung ist über lange Strecken brutal bis abstoßend. Weltraumschlachten wechseln mit detailreich beschriebenen Nahkampfszenen ab. Teilweise wähnt man sich in einem Splatter. Das ist nichts für mich, obwohl die Zielgruppe sicher groß ist, weil… aber dazu komme ich später.

    In einem originellen Nachwort schreibt der Autor des Buches auch über die Schwierigkeiten, sich ein fremdes Universum auszudenken, in dem Überlichtraumfahrt möglich ist, dessen physikalische Gesetze aber dennoch plausibel bleiben. Die Welt, die er so aufbaut, hat mich letztlich in ihren Bann gezogen und mir einige durchgegrübelte Nächte beschert.

    In der Geschichte gehalten haben mich auch die humorvollen Akzente und Zitate, die von Zeit zu Zeit auftauchen. Die skurrile Crew der ‘Wallfish’ inklusive Schiffsgehirn könnte einer Geschichte von Douglas Adams entsprungen sein, ist aber dennoch ganz eigen und bietet allein für sich genügend Potential für Fortsetzungen oder Prequels.

    Die – ebenso naheliegende wie falsche – Vorstellung, daß fremde Spezies so aussehen müssen wie Menschen und so denken müssen wie Menschen, läßt Paolini hier links liegen und das bekommt der Geschichte gut. Man erhält bis zum Schluß keinen wirklichen Zugang zu der Gedankenwelt der Wranaui, die von den Menschen verächtlich ‘Jellys’ genannt werden.

    Menschen und Außerirdische treffen auf Hinterlassenschaften einer uralten Rasse, die diese mit dem Ziel versteckt hat, nachfolgenden Zivilisationen etwas Gutes zu tun. Da wir Menschen so sind, wie wir sind – unflexibel, einfallslos, stur, bürokratisch – und auch die andere Spezies die gute Absicht dahinter nicht begreift, wird die lebenspendende Gabe mißbraucht und zu einer schrecklichen Waffe pervertiert. Natürlich kommt es daraufhin zum Krieg. Was sonst?

    Die Heldin der Geschichte, Kira, die die ‘Idealis’ eher zufällig entdeckt, wird von ihr assimiliert und muß den Rest der Geschichte als hybrides Wesen verbringen. Erst sehr spät erkennt sie, was sie da wirklich gefunden hat und… ich will nicht spoilern.

    Insgesamt ist »Infinitum« eine spannende und vielschichtige Fabel über das Leben in einer möglichen Zukunft. Ich habe sie unterm Strich gern gelesen und erhoffe mir eine Fortsetzung (siehe oben). Paolini schreibt in seinem Nachwort über die lange Zeit, die er den Stoff für diese Geschichte in sich trug und über die verschiedenen Formen, die er ihm zwischenzeitlich gegeben hat.

    Aus diesen Prozeß sind zwei Handlungsstränge übriggeblieben, deren Weglassen dem Roman meiner Meinung nach nicht geschadet hätte. Die ‘Sucher’ kommen aus dem Off, erweisen sich als gefährlicher und undurchsichtiger Gegner, und verschwinden dann wieder im Off. Auch die ‘Nachtmahre’… nun ja, wer Splatter mag, wird sie lieben und in der sicher folgenden Verfilmung werden sie toll rüberkommen. Ich persönlich halte sie für entbehrlich.

    Gut gefallen haben mir die ungewöhnlich aber meisterhaft strukturierten Formatierungen für gesprochene Sprache, Gedanken, Träume und die ungewöhnliche Art der Verständigung, die mit den Wranaui möglich ist, einer Mischung aus Sprache, Gedanken und Gerüchen. Sie machen die Kommunikation – sofern sie denn stattfindet – besonders anschaulich!

    Mir gefällt auch die Idee, daß es einen tragfähigen Frieden auf der Basis gemeinsamer Interessen geben kann, obwohl die Menschen am Schluß der Geschichte immer noch nicht mit den Wranaui auf einer Ebene kommunizieren können, es vermutlich nie schaffen werden.

    Ich habe lange überlegt, ob ich für das, was ich an der Geschichte auszusetzen habe, Sterne abziehen soll. Schließlich habe ich es gelassen. Paolini schreibt zu Recht, daß es sich um die derzeit bestmögliche Form dieses Romans handelt und ich sehe, wie viel Arbeit und Liebe zu auch kleinsten Details darin steckt. Das ist es, was zählt. Bitte mehr davon!

    Bald gibt es mehr in diesem Theater. Bleib gespannt!
    Dein Mike

  • Dragon King Charlie

    Dragon King Charlie

    Scott Baron: Dragon King Charlie (Cover)
    Scott Baron: Dragon King Charlie (Cover)

    Review of Dragon King Charlie by Scott Baron

    My rating: 5 of 5 stars

    Charlie achieved a place in my heart during the first two parts of this series. So I gladly forgive him that he didn’t take care of temporal logic this time. The story however works although. I felt entertained excellently and gladly give 5 stars again.

  • Space Pirate Charlie

    Space Pirate Charlie

    Scott Baron: Space Pirate Charlie (Cover)
    Scott Baron: Space Pirate Charlie (Cover)

    Review of »Space Pirate Charlie« by Scott Baron

    Ich kann diese Reihe nur empfehlen. Das Englisch ist nicht allzu anspruchsvoll und steckt voller entzückender Germanismen und Redewendungen, die es wortgleich auch im Deutschen gibt.

    Space Pirate Charlie (The Dragon Mage #2) by Scott Baron
    My rating: 5 of 5 stars

    Charlies adventure continues. He and his dragon are making friends. Although still slaves they all are struggling to escape from the mightiest man in this parallel universe until the least expected end.

    The amazing story took me off my universe and enchanted a couple of rainy days for me. I think that’s all a book must be capable of and give gladly five stars. I’m looking forward to reading the next story.

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  • Review of Scott Barons »Bad Luck Charlie«

    Review of Scott Barons »Bad Luck Charlie«

    Scott Baron: Bad Luck Charlie (Cover)
    Scott Baron: Bad Luck Charlie (Cover)

    Review of Bad Luck Charlie by Scott Baron

    My rating: 5 of 5 stars

    I am a selfpublisher myself and I know how important a sincere rewiew is so here is mine:
    I bought this book after reading a Facebook ad and only hoped to enhance my skills in reading English texts but I got far more than just that. This story took me out of my universe. Charlie fell through a wormhole into a parallel universe where tech is nothing and magic is all. I felt like being dragged into a strange place somewhere between Gor, Eragon and Harry Potter. It was amazing to explore this place and watch Charlies efforts to adapt to these weird circumstances. Since he survived I am looking forward to reading the next parts of this series.

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