Kategorie: Interviews

  • Interview 2024

    Interview 2024

    Interview 2024

    Interview aus 2024

    (gegeben der Seite leserkanone.de im September 2024)

    – Herr Gorden, seit wann sind Sie inzwischen in der Buchwelt unterwegs? Wie kam es damals dazu, dass Sie mit dem Schreiben begonnen haben?

    Danke, dass ich hier sein darf. Ich schreibe privat seit den Neunzigern. Damals bin ich aber über Kurzgeschichten nicht hinausgekommen und dachte lange, ich kann das nicht. Erst ab 2014 habe ich mich an etwas Größeres getraut. Seitdem kann ich nicht mehr damit aufhören. 2018 habe ich meinen Debütroman herausgebracht, damals noch unlektoriert. Mittlerweile ist die erste Trilogie mit 2.000 Seiten fertig.

    – In welchem Genre oder welchen Genres sind Sie aktiv? Wie kam es dazu? Fans welcher Autoren könnte es gefallen, in Ihre Werke hineinzuschauen?

    Mein Hauptgenre ist die Science-Fiction. Das ist einfach. Die Frage nach »Fans anderer Autoren« finde ich dagegen schwierig zu beantworten. Sage ich beispielsweise »Dan Brown«, »Daniel Silva«, »George R. R. Martin« oder »Douglas Adams«, dann denke ich mir jedes Mal: Ich bin viel mehr als das!

    Meine Geschichten sind nämlich immer in mehreren Genres unterwegs. Ein Beispiel: Mein »Moíra-Zyklus« besteht aus drei Science-Fiction Thrillern mit starken, queeren Charakteren und Elementen aus Mystery und einem bisschen Romance. Ich habe aber auch schon einen Regionalkrimi geschrieben (Bretagne) und einen Hardcore-Thriller. Mein nächstes Projekt ist eine Space Opera. Wo soll ich mich da bitte einordnen?

    – Wodurch wird ein Buch Ihrer Meinung nach zu einem guten Buch, was zeichnet gute Protagonisten aus?

    Durch die Geschichte und die Art, wie der Schriftsteller sie mir erzählt. Fesselt mich der Plot, ist es mir egal, ob der Text lektoriert wurde. Nur übermäßig viele Rechtschreibfehler stoßen mich ab, oder grobe Logikfehler in der Handlung.

    Mit guten Protagonisten muß ich mitleiden können. Sie sollten Ecken und Kanten haben und sich ihren Problemen stellen. Heldinnen und Helden, die hundertprozentig gut sind, finde ich langweilig. So ist kein Mensch. Jeder ist in seinem Leben auch ein wenig Bitch!

    Mike Gorden: Das Universum im Tautropfen
    Mike Gorden: Das Universum im Tautropfen

    – Wie können sich Ihre Leser einen Tag im Autorenleben des Mike Gorden vorstellen? Wie, wann und wie viel schreiben Sie? Haben Sie Rituale beim Schreiben?

    Einen ganzen Tag gibt es nicht. Ich schreibe vormittags, weil ich mich da am besten konzentrieren kann, und abends, weil ich da die besten Ideen habe. In meinen Schreibphasen produziere ich zwischen 500 und 5.000 Wörtern täglich.

    Tagsüber arbeite ich in meinem Brotjob. Ich führe nämlich einen der ältesten Online-Shops Deutschlands.

    Während ich schreibe, habe ich gern meine beiden Hunde um mich herum wuseln. Das beruhigt mich. Nicht allzu anstrengende Musik hilft mir ebenfalls, in meinen Fluss zu kommen. Ich benutze eine spezielle Tastatur, deren Anschlag sich ein wenig nach Schreibmaschine anfühlt. Sie ist laut. Deswegen nennt man mich gelegentlich auch den »Hacker«.

    – Woher stammen die Ideen für Ihre Geschichten? Wer oder was sind Ihre Inspirationen?

    Ich träume viel und die meisten meiner Ideen schöpfe ich aus Träumen, die das, was mir tagsüber zustößt, gelegentlich auf überraschend neue Weise wieder zusammensetzen. Ich halte nichts davon, ausgelutschte Strickmuster zu kopieren. Lieber kombiniere ich meine Ideen mit Versatzstücken aus meinen Erlebnissen.

    Meine Hunde inspirieren mich, und mein Ehemann, obwohl der jedes Mal die Stirn kraus zieht, wenn ich das sage.

    Mike Gorden: Der gefrorene Urknall (Cover)
    Mike Gorden: Der gefrorene Urknall (Cover)

    – Planen Sie Ihre Geschichten im Voraus »am Reißbrett«, oder schreiben Sie »drauflos« und lassen Sie den Worten ihren Lauf? Warum halten Sie Ihren Weg für den Richtigen?

    Ich bin weder Plotter noch Pantser, eher irgendwas dazwischen. Ich habe eine Idee, in welche Richtung meine Geschichte gehen soll, und plotte die nächsten Kapitel vor, um eine grobe Orientierung zu haben.

    Es kommt aber regelmäßig vor, daß einer meiner Charaktere mir plötzlich sagt: »Das ist Blödsinn, was ich da machen soll. Ich würde viel lieber …«. Meist höre ich dann auf ihn oder sie und schreibe wild drauf los. Das mag schräg klingen, führt aber zielsicher zu den stärksten Passagen in meinen Romanen.

    Das funktioniert aber nur bei mir. Ich finde, daß jeder seinen eigenen Weg finden muß, wie er für sich die Handlung strukturiert.

    – Fühlt sich das »Autorenleben« genauso an, wie Sie es vor Ihrer ersten Veröffentlichung vermutet haben? Was wünschen Sie sich vom deutschsprachigen Buchmarkt und von Ihren Lesern im Speziellen?

    Mein Autorenleben verläuft völlig anders als ich das in meiner naiven Wunschvorstellung erwartet hatte. Das fing damit an, daß ich zu Beginn dachte, daß ich für schwule Männer schreibe, weil in meinen Geschichten queere (vorwiegend schwule) Charaktere vorkommen. Du kannst Dir meine Überraschung vorstellen, als ich feststellte, daß meine begeistertsten Leserinnen heterosexuelle Frauen sind!

    Jeder Tag bietet neue Wunder. Ich habe keinen Verlag gefunden, da niemand auf jemanden gewartet hat, der mit Mitte Fünfzig seine Liebe zum Schreiben entdeckt. Daher mußte ich meine Bücher über Dienstleister selbst veröffentlichen. Dieses Autorenleben gefällt mir mittlerweile ausgezeichnet und ich kann mir heute nichts besseres mehr vorstellen.

    Mike Gorden - Neutronenreiter - Moíra-Zyklus Teil 3 (Cover)
    Mike Gorden – Neutronenreiter – Moíra-Zyklus Teil 3 (Cover)

    Vom deutschsprachigen Buchmarkt wünsche ich mir mehr Offenheit für uns Selbstpublizierer und weniger Festklammern an anachronistischen Strukturen im Verlagswesen. Meine Bücher können viel mehr, als nur Achtungserfolge zu sein.

    Gut, mit einem meiner Bücher (Empath) konnte ich das auch bereits zeigen. Es wird in seiner (leider sehr kleinen) Zielgruppe teilweise euphorisch gefeiert. Ich kann mir aber auch meinen “Neutronenreiter” gut in der Spiegel Bestsellerliste vorstellen, auch wenn er kein Verlagsbuch ist 😏

    Von meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich mir Offenheit für die Wege, die ich ihnen in meinen Texten aufzeige. Ausgetretene Pfade sollen andere gehen. Ich experimentiere gern mit Erzählformen und lasse auch mal die Haustiere zu Wort kommen, wenn ihre Frauchen gerade nichts beizutragen haben.

    In diesem Sinne: Bleib gespannt!

    Das Team von Leserkanone.de dankt Mike Gorden für die Zeit, die er sich genommen hat!

    * Als Amazon-Partner erhalte ich übrigens eine Provision, wenn Du über meinen Link dort einkaufst. Der Preis, den Du beim großen »A« zahlst, verändert sich dadurch nicht! Ich erhalte lediglich etwas mehr Geld für meine Arbeit 😏

  • Preisausschreiben zum Bremenkrimi

    Preisausschreiben zum Bremenkrimi

    Preisausschreiben zum Bremenkrimi

    Was geschieht, wenn sich ein Schriftsteller in eine seiner Figuren verliebt? Wer meinen Thriller »Empath« gelesen hat, der weiß, daß es da nicht nur um die Sexszenen geht, die die Hauptfiguren P und M mit Hauptfigur A, M, S und V haben. Gut, die sind mitreißend, deftig und mancher von euch wird sich beim Lesen des Öfteren einen runtergeholt haben.

    Ganz im Stillen entwickelt sich da aber Kommissar Torsten Jäger weiter, den ich zu Beginn nur als komödiantische Nebenfigur geplant hatte. Er ermittelt im Falle einiger Vermißter in der Schwulenszene und kommt dabei einer undurchsichtigen Gruppe auf die Spur, die im Hintergrund die Fäden zieht. In den letzten Kapiteln läuft er zu solcher Hochform auf, daß er mich im Nachhinein tief beeindruckt hat und ich ihm eine eigene Geschichte spendieren werde.

    Preisausschreiben zu gewinnen bibt es eine Zeugenbefragung mit Kommisar Torsten.

    »Empath« spielt in Bremen, meiner Heimatstadt. Ihr Name fällt zwar nirgendwo, für den Ortskundigen sind die Handlungsorte aber klar zu erkennen.

    Das alles hat mich motiviert, einen richtigen Bremenkrimi zu schreiben. Regionalkrimis gehören schließlich auch zu meinem Portfolio, wie ich mit »Das Geheimnis der Untoten« bereits bewiesen habe.

    Torsten bekommt gleich zu Beginn einen neuen Assistenten, mit dem die Chemie recht nachhaltig nicht stimmt. Beide werden den Fall eines vermißten Juraabvolventen untersuchen, der zuletzt auf dem Empfang einer alteingesessenen Kaufmannsfamilie gesehen wurde. Die Zeugen verhalten sich seltsam, die beiden stoßen auf alte und neue Rätsel und es geschehen Dinge, die den Kommissar an seinem Verstand zweifeln lassen.

    Jetzt kommst Du ins Spiel. Torsten wird im Verlauf seiner Ermittlungen viele Zeugen befragen. Einer davon kannst Du sein! Wenn Du möchtest, wirst Du Teil der Handlung und kannst die Nachforschungen des Kommissars begleiten.

    Ich verlose maximal drei Nebenrollen in meinem Roman. Eine davon werde ich nach Deinem Profil ausarbeiten und Dich so zu einer literarischen Figur machen. Würde Dir das gefallen? Zwei Freiexemplare und eine Erwähnung im Impressum gibt es natürlich auch.

    Mike Gorden: Das Geheimnis der Untoten (Cover)

    Zu den Geschwätzbedingungen: Der Bremenkrimi wird frühestens im nächsten Jahr veröffentlicht. Es eilt also nicht. Dieses Preisausschreiben läuft bis zum Jahresende. Ich werde unter allen gültigen Einsendungen die Personen auswählen, deren (korrekte) Antworten am besten zu meinem Plot passen und mich dann im Januar 2025 mit ihnen in Verbindung setzen.

    Schreibe mir hier eine E-Mail und beantworte darin die folgenden Fragen so korrekt wie möglich:

    1. Wo spielt der Regionalkrimi, den ich bereits veröffentlicht habe?
    2. Hast Du »Empath« gelesen? Falls ja, wie heißt der Freund des Kommissars? Falls nein, warum nicht 😈
    3. Welches meiner Bücher existiert in zwei verschiedenen Versionen und wie heißen sie?
    4. Wie lautet der Name der Romanreihe, die ich als mein Lebenswerk bezeichne?
    5. Ein befreundeter Schriftstellerkollege hat eine Kurzgeschichtensammlung geschrieben, deren Handlung ebenfalls in Bremen spielt und die ich auf dieser Seite bereits rezensiert habe. Wie heißen der Autor und sein Buch?

    Schreibe mir etwas von Dir. Ich will wissen, wie Du tickst und was für eine Rolle Du gerne spielen möchtest. Die drei originellsten Einsendungen erhalten den Zuschlag. Ich werde ein schriftliches Interview mit Dir führen und wir arbeiten gemeinsam Deinen Part aus.

    Natürlich behalte ich das letzte Wort. Immerhin muß Dein Auftritt auch zu dem Plot passen, den ich plane. Eine Romanze mit Paolo Costa kannst Du Dir also abschminken, aber vielleicht könnte man … schreib es mir!

    Warum ich gerade die letzte Frage gestellt habe, erfährst Du übrigens erst, wenn das Buch fertig ist und veröffentlicht wird. Im Leben ergibt nicht alles einen Sinn, in einer guten Geschichte schon. 😏

    Du hast Fragen oder Anmerkungen? Schreib’ sie in die Kommentare! Abonniere diesen Blog und folge meinen Profilen in den Sozialen Medien.

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    Bleib gespannt
    Dein Mike

  • 2) Interview zu meiner Buchreihe

    2) Interview zu meiner Buchreihe

    Interview zu meiner Buchreihe

    1) Wie heißt deine Buchreihe und aus wie vielen Büchern besteht sie?

    Interview zu meiner Buchreihe: Mike Gorden - Neutronenreiter - Moíra-Zyklus Teil 3 (Cover)
    Mike Gorden – Neutronenreiter – Moíra-Zyklus Teil 3 (Cover)

    Die Reihe heißt »Moíra-Zyklus«. Bisher habe ich zwei Bände veröffentlicht, »Das Universum im Tautropfen« und »Der gefrorene Urknall«. Derzeit schreibe ich am dritten Teil, der »Neutronenreiter« heißen wird.

    2) Welches Genre hat deine Buchreihe?

    Das Haupt-Genre ist Science Fiction, auch wenn sie nicht ganz so hochwissenschaftlich daherkommt, wie es die Buchtitel vermuten lassen. Neben-Genres sind Verschwörungs-Thriller, Krimi-noir, Geschichte und LGBT (Gay-Romance erweckt einen falschen Eindruck, daher verwende ich den Begriff nicht).

    Die Reihe spielt in der heutigen Zeit und auf der heutigen Erde. Science Fiction bedeutet nicht immer, daß etwas in der Zukunft stattfindet. Das Universum des »Moíra-Zyklus« zeigt aber einige Besonderheiten, die viele der großen Fragen klären, die unsere Physiker sich heute stellen. Vielleicht wurden diese Besonderheiten ja einfach noch nicht entdeckt 😏

    3) Wie entstand die Idee eine Buchreihe zu schreiben?

    Ich habe 2016 meine erste Kurzgeschichte veröffentlicht. »Hintergrundbetrachtungen« stieß auf ein positives Echo und hat mir Mut gemacht, weiterzuschreiben. Ich begann, ein wie-alles-begann zu dieser Geschichte zu schreiben. Das ist dann etwas ausgeufert.

    4) Wolltest du immer schon eine Reihe schreiben?

    Nein. Am Ende meines ersten Buches »Gefahr von der anderen Seite« saß ich aber auf einem Knäuel loser Fäden, obwohl das Buch in sich abgeschlossen ist. Ich habe dann einfach weitergesponnen …

    5) Oder hat sich das einfach so entwickelt?

    … und ein Jahr später hatte ich noch ein 600-seitiges Buch fertig. Seitdem wußte ich, daß es eine Reihe wird …

    6) Wie erarbeitest du deine Buchreihe?

    Mike Gorden: Empath (Cover)
    Mike Gorden: Empath (Cover)

    Bevor ich den dritten Teil in Angriff nehmen konnte, mußte ich zwei Spin-Offs beenden. »Das Geheimnis der Untoten«, ein schlichter Bretagne-Krimi und vor allem »Empath«, ein Gay-Hardcore Thriller, mein bisher erfolgreichstes Buch, liefern wichtige Impulse, auf denen »Neutronenreiter« aufbaut.

    Ich plotte Eckpunkte der Handlung im Voraus. Im Schreibprozeß skizziere ich immer die nächsten Kapitel vor, damit ich einen Anker habe, wo die grobe Richtung hingeht. Von meinen Hauptfiguren habe ich ein derart klares Bild, daß ich mit ihnen rede wie mit alten Kumpels. Sie bestimmen den Lauf der Geschichte maßgeblich mit. Gelegentlich entwickeln sie sich auch weiter oder offenbaren mir neue Facetten ihrer Persönlichkeit.

    7) Steckt eine Botschaft in deiner Buchreihe?

    Diese Interpretation überlasse ich meinen Leserinnen und Lesern. Wenn ich etwas von hehren Ansprüchen fasele, nehme ich ihnen den Spaß, selbst herauszufinden, ob das, was ich schreibe, am Ende einen Sinn ergibt.

    8) Nenne zwei Deiner Buchcharaktere, die du magst und begründe Deine Wahl.

    Zum einen Maurice Belloumi, ein Flic, den es im ersten Buch zur Pariser Kriminalpolizei verschlägt. Er stammt aus den Banlieues und ihm ist eine Karriere bei der Mordkommission nicht in die Wiege gelegt worden. Irgendwie beißt er sich aber immer durch, obwohl ich es ihm wirklich nicht einfach mache. Meist muß er ordentlich einstecken und landet am Ende im Krankenhaus. Er kommt etwas rustikal daher, schafft es aber mit einer gesunden Intuition und vor allem seinem fantastischen Geruchssinn immer, hinter die Zusammenhänge zu blicken. Das mag ich an ihm.

    Zum anderen Paolo Costa. Er ist die Hauptfigur in »Empath«. Auch er stammt aus… irgendwelchen Verhältnissen, die ich niemandem wünsche. Seine empathischen Anlagen machen ihm zum Spielball verschiedener mehr oder weniger böser Personen. Der letzte, bei dem er landet, gibt ihm eine bewußtseinserweiternde Droge, durch die seine Fähigkeiten ein wenig außer Kontrolle geraten, und setzt ihn dann als Escort ein – daher Hardcore, denn die Sexszenen sind nichts für schwache Nerven. Sein vorheriger “Besitzer” will ihn aber zurück und es kommt zu einem Showdown, bei dem Paolo all seine Fähigkeiten einsetzen muß, um am Ende… das wird nicht verraten.

    Meine Beziehung zu Paolo – nun, jeder, der ihn sieht, will mit ihm ins Bett. Auch ich. Ich liebe ihn, seit er sich zum ersten Mal in meine feuchten Träume gemogelt hat.

    9) Nenne zwei Buchcharaktere, die du nicht magst, die aber sich aber in Deine Buchreihe eingeschlichen haben.

    Zu hundert Prozent böse ist niemand in meinen Büchern. Das ist auch im wirklichen Leben nicht so. Am wenigsten mag ich

    zum einen Dr. Lies, einen leitenden Mitarbeiter im CERN, dessen Wirken es zu verdanken ist, daß ein mißglücktes Experiment im großen Beschleuniger sich gleich zweimal zu einer weltumspannenden Krise auswächst, gegen die die Apokalypse des Johannes sich wie ein sanfter Windhauch ausnimmt 😏 und

    zum anderen Wolfgang Wallbrandt, den Leiter einer besonderen Art von psychiatrischer Klinik. Er sieht Paolo Costa als sein persönliches Eigentum an und hetzt eine paramilitärische Einheit auf ihn, um ihn zurückbekommen. Ihn ereilt ein ganz besonderes Schicksal… aber das wird… Du weißt schon.

    10) Wirst du noch weiter Buchreihen schreiben?

    Mike Gorden: Der Fluch der anderen Seite (Cover)
    Mike Gorden: Der Fluch der anderen Seite (Cover)

    Derzeit plane ich das nicht. Der »Moíra-Zyklus« ist schließlich noch lange nicht beendet und ich habe noch genügend andere Projekte, die ich zunächst gerne abschließen würde. »Die Wunder der Apokalypse« zum Beispiel, eine Sammlung mehr oder weniger umfangreicher Science-Fiction Geschichten und Kurzromane.

    Eigentlich wollte ich nämlich immer ganz normale Science Fiction schreiben. Unglücklicherweise sind die handelnden Personen meiner Geschichten da gelegentlich anderer Meinung und ich bin schlau genug, auf sie zu hören.

    Das Interview führte Jasmin Schwarze am 27. Oktober 2022 auf ihrem Blog »Meine Fantasie Welt Bücher«

  • Autoreninterview Nummer 1

    Autoreninterview Nummer 1

    Mike Gordens Autoreninterview
    Mike Gorden

    Mein Autoreninterview

    Ich bin im Laufe der letzten Jahre mehrfach von Bloggern interviewt worden. Das habe ich gern getan und der Aufwand hielt sich auch in Grenzen, weil alle Blogger mehr oder weniger die gleichen Fragen stellen: Wie bist Du zum Schreiben gekommen? Wie sieht Dein Schreibort aus? Welche Bücher hast Du bisher veröffentlicht? Wie sieht Dein nächstes Projekt aus? Wolltest Du schon immer Schriftsteller werden und so weiter.

    Ich finde das langweilig und der Erkenntnisgewinn für mögliche Leser hält sich in engen Grenzen. Also habe ich mir etwas überlegt: Wie wäre es, ein Interview mit völlig anderen Fragen zu erstellen? Fragen, die auf den ersten Blick off topic sind, die aber letztlich viel mehr über Dich verraten, wenn Du sie beantwortest. Hier kommt also mein ganz persönliches Autoreninterview. Viel Spaß mit meinen Antworten und vor allem mit den Fragen 😱

    Frage 1: Warum hast Du für Deinen Erstling nicht den Literaturnobelpreis erhalten?

    Die absolute Killerfrage für jedes Liveinterview. Wenn Du vorher noch keine Feinde hattest, hast Du hinterher welche. Zum Glück finden diese Art Interviews heute schriftlich statt, so daß auch weniger schlagfertige Leute wie ich eine Chance auf eine gute Antwort erhalten: Ich habe mich nämlich nicht vorschlagen lassen, weil es so viele Kollegen gibt, die den Preis nötiger haben als ich.

    Frage 2: Welche lustigen sprachlichen Fehlgriffe hast Du Dir schon geleistet?

    Mein Klassiker ist der Vögelchor in der Morgendämmerung. Erst als eine meiner Testleserinnen prustend anrief (danke, Tanzi!), habe ich den Lapsus erkannt und korrigiert.

    Frage 3: Wie verarbeitest Du einen Mißerfolg? Verdrängen?

    Es gibt keine Mißerfolge, lediglich Titel, die noch nicht erfolgreich waren.

    Frage 4: Du bist doch Schriftsteller. Warum schaltest Du dann nicht die verdammte Autokorrektur in Deinem Handy ab, bevor Du etwas postest?

    Spüre ich da einen aggressiven Unterton? Zum Glück poste ich niemals mit dem Smartphone, weil meine Finger nämlich für eine Bildschirmtastatur zu dick sind.

    Frage 5: Wie schaffst Du es, gelassen zu bleiben, wenn Du wieder mal einen zentrierten Schnipseltext voller Rechtschreibfehler in fünf verschiedenen Schriftarten und drei Farben entdeckst?

    Man kann natürlich alles selbst tun. Muß man sich nur hinterher nicht wundern, wenn die eigenen Titel auch ‘noch nicht erfolgreich’ bleiben. Ich selbst habe mich schon lange von der Illusion verabschiedet, daß ich eine auch nur halbwegs gute Buchpräsentation selbst hinbekomme und greife daher gern auf professionelle Hilfe zurück – vom Coverdesign bis zur psychiologischen Betreuung hinterher.

    Frage 6: Wie muß ein Charakter gestrickt sein, damit die Leser*innen ihn lieben?

    Ganz einfach: er muß nur seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden.

    Frage 7: Was war das Liebste, das jemals einer Deiner Charaktere zu einem anderen gesagt hat?

    Maurice sagt einmal zu Mike: »…bei Dir werd ich schneller gesund. Hier fühl ich mich nämlich fast wie zu Hause.« Näher dran an einer Liebeserklärung geht bei Maurice nicht.

    Frage 8: Warum wünscht Du Dir manchmal, Deine Protagonisten würden wirklich existieren?

    Weil sie ein spannenderes Leben führen als ich, und weil ich mit einigen gern… aber das würde jetzt zu weit führen 😎

    Frage 9: Was könnte ein Werk dem Genre ‘Romance’ noch grundlegend Neues hinzufügen?


    Weniger Zucker und dafür näher dran am wirklichen Leben. Ich weiß, deswegen wird das Genre nicht gelesen, aber man darf ja mal träumen.

    Frage 10: Was tust Du, wenn Du bemerkst, daß Deine Leser eigentlich gar nicht die Zielgruppe sind, für die Du Deine Geschichte geschrieben hast?

    Das ist mir tatsächlich geschehen. Ich bin schwul und dachte, ich schreibe für schwule Männer. In Wirklichkeit schreibe ich aber für heterosexuelle Frauen. Die Erkenntnis hat mich irgendwann kalt erwischt. Meine Antwort lautet: weiterschreiben wie bisher und auf keinen Fall den Stil ändern. Das habe ich nämlich bereits versucht und es ist mir schlecht bekommen.

    Frage 11: Woran könnte es liegen, daß das Genre ‘Gay-Romance’ überwiegend von Frauen geschrieben wird.

    Weil sie auch die größte Lesergruppe für das Genre darstellen. Im Prinzip schreiben sie also für sich selbst. Wir Schwulen sind da nur süßes Naschwerk.

    Frage 12: Wenn Du der einzige Profi unter tausenden Volltrotteln wärest, woran würde man das merken?

    Daran, daß ich diese Frage ignoriere. Worum ging’s noch gleich?

    Frage 13: Was würdest Du schreiben, wenn Deine Leser Dich um Deiner selbst willen lieben und Du nicht mehr auf Banalitäten wie ein festes Genre oder die Heldenreise angewiesen wärst, um Erfolg zu haben?

    Ich würde weniger mit Schere-im-Kopf schreiben. Zum Glück bin ich weder auf feste Genres, noch auf überalterte Erzählstrukturen angewiesen, um eine gute Geschichte zu Papier zu bringen.

    Mike Gorden: Empath (Cover)
    Mike Gorden: Empath (Cover)

    Frage 14: Woran könnte es liegen, daß das Genre ‘Gay-Romance’ überwiegend von Frauen gelesen wird.

    Weil viele Schwule meiner Meinung nach ganz anders sind, als sie in diesem Genre beschrieben werden. Wir finden uns darin einfach nicht wieder. Um mal voll in den Farbtopf der Rollenklischees zu greifen: Viele von uns sind nicht romantisch, sondern lieben es deftig. Das erklärt jedenfalls den Erfolg meines Romans Empath gerade in der Schwulenszene.

    Frage 15: Was ist so einzigartig in Deinem Schreibstil, daß es Dich von allen anderen Schriftstellern unterscheidet?

    Ich experimentiere noch mit verschiedenen Genres und Perspektiven. Wenn ich irgendwann meinen Stil gefunden habe, bin ich reif für Frage 1.

    Frage 16: Du triffst dein 9 jähriges Ich und hast nur Zeit für 3 Wörter, was sagst du?

    Du hast Asperger.