Mike Gorden, Schriftsteller


Mein Blog

29.03.2021 - Warum ich Genres für zweitrangig halte:

Ich höre regelmäßig in den Foren Sätze wie »Ich schreibe nur in diesem Genre, weil meine Leser*innen das von mir erwarten.« oder »Ich lese nur in diesem Genre, weil mich nichts anderes interessiert. Ich persönlich finde, daß sich beide Seiten mit dieser Vorgehensweise unnötig enge Fesseln anlegen.

Wenn ein Schriftsteller eine neue Geschichte schreibt, dann beschreibt er in den allermeisten Fällen die Lebenslinien einer oder mehrerer Personen, ihren Werdegang, was sie an Abenteuern erleben, was das mit ihnen macht und wie sie sich dabei entwickeln. Das tue ich auch.

Während meiner allerersten Leserunde bei Lovelybooks habe ich des öfteren Meinungen gehört wie »Ich fand die Geschichte von Mike und Maurice toll. Der wissenschaftliche Anteil war gut erklärt und hat mich gar nicht irritiert.«, »Der Krimi war spannend und hat mich regelmäßig auf falsche Fährten gelockt. Der historische Erzählstrang hat sich gut in die Geschichte eingefügt.« oder »Das ist originelle Science Fiction. Daß da Gay-Romance im Spiel war - so what?«.

Was bedeutet das nun? Wenn ich lese, folge ich den Lebenslinien meiner Figuren und freue mich an dem, was sie erleben. Gefallen mir die Figuren und verliebe ich mich vielleicht sogar ein wenig in sie, dann ist es letztlich egal, ob das, was sie erleben, ein Krimi ist, ein Thriller, Mystery oder Romance. Es geht mir dann nur um die Figuren.

Ich habe von Anfang an so geschrieben, daß ich von meinen Figuren ausgehe, die Geschichte sich um die Figuren herum entwickelt und sogar von ihrer Entwicklung beeinflußt wird. Deshalb sehe ich meine Aufgabe als Schriftsteller auch darin, Dir zu zeigen, wie sehr Du Dich einengst, wenn Du Dich auf nur ein Genre fixierst.

Um beim Beispiel von Mike und Maurice zu bleiben: Sie wachsen derzeit in einer Mischung von hard-boiled-crime, Science Fiction, Geschichte, Mystery und einer ordentlichen Portion Romance auf. In meinem nächsten Buch, das in einigen Monaten erscheint, erleben sie aber einen ganz schlichten Krimi. Nun ja, vielleicht nicht ganz schlicht. Sonst wäre ich nicht Mike Gorden. Auf jeden Fall geschieht etwas völlig Unerwartetes!

In diesem Sinne: Bleib gespannt. Ich habe noch so viel vor.
Dein Mike

Für die Haschzeichenliebhaber: #IchBinSelfpublisher_In

02.03.2021 - Ich bin Selfpublisher, weil…

… ich finde, daß es 'Selbstveröffentlicher' oder allenfalls 'Selbstpublizierer' heißen muß.

… ich schreiben muß, seit ich vor einigen Jahren endlich herausgefunden habe, wie es geht. In mir steigen so viele Geschichten auf, wie Gasperlen in einem Champagnerglas. Hoffentlich reicht die Zeit, die mir bleibt, um sie alle niederzuschreiben.

… ich eine Mission habe! Ich finde, daß unser Planet auch noch unseren Kindern und Enkeln zur Verfügung stehen sollte. Ich muß den Menschen die Konsequenzen ihres Handelns vor Augen führen. Sie müssen sehen, was wir unserem Planeten antun und wie gefährlich all das ist, was wir in unserer Ignoranz und Verblendung anrichten. Glücklicherweise schreibe ich besonders gerne in dem Genre, in dem sich das am besten vermitteln läßt: Science Fiction 😎

… ich schreiben will, worauf ich Lust habe. Wenn eine Geschichte nicht in ein einzelnes Genre paßt, brauche ich niemanden, der mir vorschreibt, sie zu kastrieren, damit sie den angeblichen Erwartungen der Leser:innen besser entspricht. Ich habe das einmal versucht und es fühlt sich nicht gut an.

… ich eine Mission habe. Sagte ich das schon?

… es keine Schreibwettbewerbe für mich gibt. Ich bin weder jung, dynamisch und weiblich, besitze kein Konto bei Instagram, Pinterest, Flickr & Co., und wohne nicht in einer entlegenen Region unseres Landes. Gedichte sind mir ein Greuel und ich schreibe auch keine Kurzgeschichten für Kinder.

… ich für einen Verlagsautor zu alt bin. Ich bin außerdem zu alt für das Bitten, Betteln und Klinkenputzen, bis sich dann vielleicht doch noch jemand meiner erbarmt. In der gesparten Zeit kann ich meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen: dem Schreiben.

… ich meine Geschichten keinen Fremden zum Überarbeiten gebe, sondern nur jemandem, dem ich in jeder Beziehung vertraue und der meine Liebe zu alter Rechtschreibung teilt. Der darf mir dann auch sagen, was ich für Mist gebaut habe und mir meinen Text um die Ohren hauen, wenn ich wieder einmal 'schreibe, wie Karl May'.

… es sich genau deswegen umterm Strich auch finanziell für mich auszahlt.

… ich eine Mission… das hatten wir schon.

In diesem Sinne: Bleib gespannt. Ich habe noch so viel vor.
Dein Mike

Für die Haschzeichenliebhaber: #IchBinSelfpublisher_In

Prinzipielles

In den letzten Jahren habe ich gelernt, was ich kann und was nicht, was ich von mir und anderen erwarten kann und was nicht.

Kritik erreicht mich durchaus und ich arbeite sie in meine Geschichten ein. Ich werde aber nicht als Origami enden – so vielfach gefaltet, verdreht und geknickt. Ein Kunstwerk zweifellos, aber der leiseste Windhauch bläst es davon.

Ich erzähle auktorial und denke wissenschaftlich. Ich erkläre meine Pointen nicht. Ich schreibe in alter Rechtschreibung und ich verwende gelegentlich generische Maskulina. Ich schreibe nicht für jede:n. Meine Texte setzen voraus.

Wenn mir ein Leser schreibt, meine Plots seien ihm zu komplex, weil mehr als vier Personen darin mitspielen und man sich doch all die Namen nicht merken könne, dann sagt mir das: Das ist ein tolles Kompliment! Ich habe alles richtig gemacht, denn für Dich schreibe ich nicht!

Ich antworte übrigens auf jede freundliche Nachricht und diskutiere mit Freude über alle möglichen und unmöglichen Dinge mit Dir. Ich werde lediglich damit aufhören, diese Echokammer zu füttern, die sich Internet nennt und mich darauf fokussieren, das zu tun, was mir von Anfang an am Herzen lag: gute und vielschichtige Geschichten schreiben, die etwas bedeuten!

In diesem Sinne - bleib gespannt!
Dein Mike

24.01.2021 - Mein neues Buch ist veröffentlicht…

… und ich entnehme den ersten Verkaufszahlen, daß ich bisher wohl im falschen Genre geschrieben habe 😎